Wuhan, Biowaffen und „Das große Abkoppeln“

Von Published On: 14. August 2021Kategorien: Geopolitik
Ein Interview mit dem Autor des Aufsatzes „Das fliegende Schuppentier“. Der Aufsatz erscheint als deutsche Erstveröffentlichung am 21. August 2021 bei Free21!

Dieser Text ist eine Erstveröffentlichung auf www.freee21.org vom 14.08.2021 unter der URL <https://free21.org/wuhan-biowaffen-und-das-grosse-abkoppeln> Lizenz: Dirk Pohlmann, Free21, CC BY-NC-ND 4.0

Sehr geehrter Professor Canetti – so haben Sie sich für die Veröffentlichung dieses Aufsatzes genannt  (es ist ein Pseudonym) – Sie haben einen langen Artikel geschrieben, den besten verfügbaren Überblick über die Corona-Pandemie, den es derzeit gibt. Er ist voller belegter Tatsachen und bietet im Wortsinn unerhörte Informationen. Ich denke, wenn wir den Lesern mit diesem Interview eine Einleitung geben, fällt es ihnen etwas leichter, die Informationsfülle zu dekodieren. Meine Fragen werden deshalb wesentliche Aspekte ihres Aufsatzes aufgreifen.

Was sagen Sie zu dem mutmaßlichen Ausbruch der Krankheit in Wuhan?

In den letzten beiden Dezembertagen 2019 wurden die Krankenhäuser in Wuhan vom örtlichen CDC (Center for Disease Control and Prevention) darüber informiert, dass ein Virus aufgetreten ist, welches höchstwahrscheinlich mehrere Fälle von Lungenentzündung erklärt. Die Krankenhäuser vermuteten daraufhin, dass dieses Virus von einem Fischmarkt stammte, auf dem auch einige Wildtiere verkauft wurden. Mehrere Patienten hatten Kontakt mit diesem Markt. Ein Dutzend Fälle von Lungenentzündung in einer Stadt mit 11 Millionen Einwohnern war jedoch nichts Ungewöhnliches.

Am 26. Dezember 2019 wurde im Krankenhaus der Provinz Hubei ein Ehepaar mit Symptomen eingeliefert. Zhang Jixian, eine Ärztin, machte einen CT-Scan der Lungen, woraufhin sie am nächsten Tag das CDC in Wuhan verständigte. Der CT-Scan sah ähnlich aus, wie der, den sie 2003 beim SARS-Virus erlebt hatte. Am 29. Dezember 2019 fand das CDC in Wuhan ein neues Coronavirus, das als SARS-Coronavirus 2 (oder SARS-CoV-2) bezeichnet wurde. Am 2. Januar 2020 wussten die Krankenhäuser angeblich von 41 Fällen von Lungenentzündung. Was nichts Beunruhigendes ist.

Aber die Tatsache, dass sie von einem neuen Coronavirus zu stammen schienen, das möglicherweise ansteckend war, veranlasste China, die WHO und die Amerikaner zu benachrichtigen.

Die Krankheit wurde später als COVID-19 bezeichnet.

CNN berichtete über ein durchgesickertes Dokument des CDC (Center for Disease Control and Prevention) von Hubei. In einigen Städten westlich von Wuhan, vor allem in einer Stadt 300 km entfernt, gab es seit Anfang Dezember eine große Zahl von Grippefällen. Bei diesem Grippeausbruch könnte es sich möglicherweise um einen frühen Ausbruch von COVID-19 gehandelt haben, aber dafür gibt es noch keine Beweise. Nachdem im Januar Fälle in Wuhan aufgetreten waren, stellte man fest, dass mehr als 260 Personen bereits im Dezember infiziert worden sein könnten. Aber bisher wissen wir nur, dass der eigentliche Ausbruch in Wuhan Ende Dezember auftrat und dass es einige wenige Fälle von Anfang und Mitte Dezember gegeben hat. Die Enthüllung von sieben SARS-ähnlichen Fällen im chinesischen Internet am 30. Dezember 2019 unterstreicht diese Tatsache nur.

Darüber hinaus wissen wir aus mehreren phylogenetischen Studien, dass es sich bei den beiden in Wuhan aufgetretenen SARS-CoV-2-Viren um zwei genetisch sehr unterschiedliche SARS-CoV-2-Typen handelt. Und als ein oder zwei Monate später Fälle in Shanghai auftraten, hatten sich diese beiden SARS-CoV-2-Typen nicht wirklich verändert.

Die Mutationsrate war gering. Was bedeutet, dass der gemeinsame Vorfahre dieser beiden Viren möglicherweise schon Monate oder sogar mehr als ein halbes Jahr zuvor aufgetreten ist.

Es ist auch ein sehr merkwürdiger Zufall, dass zwei sehr unterschiedliche SARS-CoV-2-Typen (das „Markt-Virus“ und das „Nicht-Markt-Virus“) zur gleichen Zeit in Wuhan auftauchen. Das erste Virus wurde überall in Wuhan gefunden und verbreitete sich in vielen chinesischen Städten, so dass es China beherrschte, aber es war nicht das Virus, das Europa, die Vereinigten Staaten und den Rest Ostasiens beherrschte. Das zweite Virus wurde in Ostasien, den USA und Europa gefunden, aber es gab andere Stämme von SARS-CoV-2, die diese Gebiete beherrschten. Es war nicht dasselbe Virus.

Wir können einen Blick auf den italienischen Ausbruch in der nördlichen Lombardei um Bergamo werfen, der sich auf Mailand und Turin und später auf ganz Norditalien ausweitete. Dieses Virus unterschied sich genetisch stark von demjenigen in Rom, das von ein paar chinesischen Touristen stammte, die das Virus aus China nach Italien brachten.

Das Virus in der Lombardei war mit keinem der Wuhan-Viren identisch. Und in der Region Bergamo war es bereits im Oktober/November 2019 zu einem Ausbruch einer seltsamen Lungenentzündung mit Hunderten von Fällen gekommen.

Bevor ein Ausbruch in Wuhan bekannt wurde. In den Abwasserproben aus den Großstädten fand man SARS-CoV-2 ab 18. Dezember 2019 in Mailand und Turin (nicht für den 18. November 2019), aber es gab keine Proben aus dem Zentrum des Ausbruchs, der kleineren Stadt Bergamo. Das nationale italienische Krebsinstitut in Mailand stellte fest, dass mehrere Personen, die auf Lungenkrebs untersucht wurden, bereits vor November an COVID-19 erkrankt waren. Einige wenige Fälle waren bereits im September infiziert worden. Darüber hinaus stammte der in Frankreich vorherrschende SARS-CoV-2-Stamm weder aus China noch aus Italien.

Dies alles sind Fakten. Und die unterschiedlichen Stämme von SARS-CoV-2 in China, im übrigen Ostasien, in Italien, in Frankreich und in den USA scheinen darauf hinzudeuten, dass der gemeinsame Vorfahre all dieser Viren viele Monate früher entstand, vielleicht ein halbes Jahr zuvor. In den Massenmedien herrscht die Meinung vor, dass sich SARS-CoV-2 von Wuhan und China aus in das übrige Ostasien und weiter nach Europa und in die USA ausgebreitet hat, aber es handelte sich nicht um dieselben Viren. Manche behaupten, China habe einen früheren Ausbruch vertuscht. Dabei verweisen sie auf die Enthüllungen eines Informanten, Li Wenliang, der jedoch von sieben Krankenhauspatienten sprach, die am 30. Dezember 2019 mit einem SARS-ähnlichen Virus infiziert waren. Davor gibt es nichts. Wenn es in Wuhan vor Dezember etwas wie COVID-19 gegeben hätte, hätten die Krankenhäuser davon gewusst, aber dafür gibt es keinerlei Beweise. Es gibt allerdings Beweise für die Existenz von SARS-CoV-2 in Norditalien bereits Monate zuvor. Dies muss meines Erachtens der Ausgangspunkt für die Suche nach dem Ursprung von SARS-CoV-2 sein. Wuhan ist nur einer von mehreren Orten, die in diese Untersuchung einbezogen werden müssen.

Warum haben Sie sich entschieden, die Arbeit anonym zu veröffentlichen?

Meine Fachgebiete sind Sicherheitspolitik, Geschichte und Militärstrategie. Ich bin emeritierter Professor mit einem gewissen Ruf in genau diesen Forschungsbereichen. Heutzutage ist man als Intellektueller nicht mehr in der Lage, sich verschiedenen Forschungsgebieten zu nähern. Es gibt keine öffentliche Arena für eine solche Diskussion. Und SARS-CoV-2 ist zu einem Thema geworden, das so politisiert ist, dass jeder, der von der „Parteilinie“ abweicht, vernichtet wird. Die Medienwelt hat sich verändert, vor allem in den letzten 20 Jahren. Es gibt keine wirkliche Öffentlichkeit mehr, wie sie in einem demokratischen Land eigentlich existieren sollte. Ich halte es für äußerst wichtig, diese Themen zu diskutieren, aber man muss es als Dissident tun, wie es die Intellektuellen in der Sowjetunion in den 1970er und 1980er Jahren taten.

Haben chinesische Beamte versucht die Welt über den Ausbruch von Wuhan im Dunkeln zu lassen?

Für ein paar Tage könnte es sich in China um eine Vertuschung gehandelt haben. Für die lokalen Behörden in Wuhan kam der Ausbruch der Krankheit zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Kurz vor dem Frühlingsfest, bei dem Dutzende Millionen Menschen durch Wuhan als zentralen Verkehrsknotenpunkt Chinas strömen. Den Verantwortlichen dort mögen ein paar Fälle von Lungenentzündung im Vergleich zu den zig Millionen Menschen, die sie zu betreuen hatten, den Vorbereitungen für den Volkskongress der Provinz und dem riesigen Festessen für 40.000 Familien vor dem Fest, wie eine Kleinigkeit erschienen sein. Li Wenliang wurde beispielsweise dafür gerügt, dass er die Informationen über sieben Fälle im Internet veröffentlicht hatte, was jedoch nichts mit dem Ursprung des Virus zu tun hat.

Die Erfahrungen mit dem SARS-Virus in den Jahren 2002/2003 ließen einige chinesische Ärzte wachsam bleiben, und sie waren in der Lage, die ersten Symptome zu deuten.

Dies war in Italien, Frankreich und den USA nicht der Fall, wo es zu Ausbrüchen kam, die auf SARS-CoV-2 zurückgingen oder zurückgehen könnten. In Italien zum Beispiel gab es keine Vertuschung, weil niemand verstand, was vor sich ging. Man hatte keine Erfahrung mit SARS in den Jahren 2002/2003.

Warum haben Sie Ihre Arbeit „Das fliegende Schuppentier“ genannt? Was sind die Hauptargumente gegen die akzeptierte Hypothese einer Krankheit, die sich von Fledermäusen und Schuppentieren auf den Menschen überträgt?

Das fliegende Schuppentier bezieht sich auf die Tatsache, dass es sich bei dem Virus zunächst um ein chimäres Virus zu handeln schien, „halb Fledermaus“ und „halb Schuppentier“, oder genauer gesagt: Das Virus, das SARS-CoV-2 am ähnlichsten war, wurde 2013 bei einer Fledermaus-Art namens Hufeisennase (Rhinolophus affinis) in Yunnan an der chinesischen Grenze zu Laos gefunden. Dieses Virus, RaTG13, war SARS-CoV-2 wesentlich ähnlicher als das SARS-Virus von 2002/2003, das von einer anderen Hufeisennase (Rhinolophus sinicus) stammte. Das Spike-Protein bzw. die RBD (die „Receptor Binding Domain“) von SARS-CoV-2 unterschied sich jedoch stark von der RBD von RaTG13 und ähnelte eher der RBD eines Virus, das bei einem malayischen Schuppentier (Manis javanica) gefunden wurde. Als ob ein Virus von einer Fledermaus mit einem Virus von einem Schuppentier verschmolzen worden wäre und sich dann auf einen Menschen übertragen hätte.

Einige Experten (Virologen und Mikrobiologen) argumentieren jedoch, dass es sich nicht um das Ergebnis von Mutationen, sondern um ein „chimäres Virus“ handelt – eine Rekombination zweier Viren zu einem einzigen. Ob dies in der Natur oder in einem Labor geschehen ist, geht aus dieser Tatsache nicht hervor. Aber der Titel „Das fliegende Schuppentier“ sollte einem zumindest ein bisschen was sagen. Bestimmte Dinge an dem Virus deuten darauf hin, dass es in einem Labor entstanden ist, während andere Dinge darauf hindeuten, dass es einen natürlichen Ursprung in Südostasien haben könnte.

Einige andere Viren, die SARS-CoV-2 ähneln, wurden in Kambodscha an der Grenze zu Laos gefunden. Sie werden von einer südostasiatischen Hufeisennase (Rhinolophus shameli) übertragen, was möglicherweise auf einen südostasiatischen Ursprung des Virus hindeutet. Und die sehr wenigen Fälle von COVID-19 in Laos und Kambodscha könnten auf einen gewissen Grad an Immunität in diesen Ländern hinweisen, zumindest gegen die frühen Formen des Virus. Aber wir wissen immer noch nicht, ob das Virus möglicherweise aus einem Labor stammt.

Sie behaupten, dass China von der US-Regierung ins Visier genommen wurde. Halten Sie den Ausbruch von COVID-19 für ein Instrument der USA im geostrategischen Konflikt mit China?

Erläutern Sie bitte den Begriff „Die große Entkopplung“ und beschreiben Sie bitte die Rolle von Robert Kadlec. Er ist der wichtigste militärische Vordenker der USA auf dem Gebiet der Biowaffen-Kriegsführung und gleichzeitig ein zentraler Beamter der US-Regierung bei den Bemühungen gegen die Ausbreitung von COVID-19.

Wir wissen, dass die USA in der Vergangenheit biologische Waffen eingesetzt haben. Und dass US-Biowaffenexperten wie Robert Kadlec argumentierten, dass biologische Waffen insofern ideal sind, weil sie genauso stark sein können wie Atomwaffen, dass sie billiger sind als Atomwaffen, dass sie auf jeder Konfliktstufe (auch in Friedenszeiten) eingesetzt werden können und dass sie demjenigen, der sie einsetzt, eine „plausible Abstreitbarkeit“ bieten. Mit anderen Worten:

Derjenige, der biologische Waffen auf raffinierte Weise einsetzt, kann leugnen, dass ein Angriff tatsächlich stattfand. Kadlec argumentiert, dass man ein natürlich vorkommendes Virus verwenden und es in einem Labor noch ansteckender oder noch tödlicher machen kann. Und dass es fast unmöglich ist, herauszufinden, ob es sich nur um ein natürlich vorkommendes Virus oder eine Biowaffe handelt.

Und genau das ist der Punkt bei einer Biowaffe, argumentiert Kadlec. Er war Biowaffenberater der US-Spezialeinheiten, des US-Verteidigungsministers und des Weißen Hauses. 2020 war er für die Reaktion der USA auf den COVID-19-Ausbruch verantwortlich. Es ist eine Tatsache, dass die US-Biowaffengemeinschaft Biowaffen als nützlich ansieht, nicht zuletzt für einen Angriff, der die Wirtschaft des Gegners schädigen kann. Und ein solcher Angriff war ab 2019 eine erklärte US-Politik. Wenn mehrere der wichtigsten Biowaffenexperten der USA eine zentrale Rolle in der US-amerikanischen Eingreiftruppe gegen COVID-19 spielen, muss man zumindest darüber nachdenken, was hier vor sich geht.

Ab 2018 wurde den US-Beamten klar, dass Chinas High-Tech-Entwicklung die USA in fünf Jahren überholen wird. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des US Defense Innovation Advisory Board. China habe von den engen wissenschaftlichen Beziehungen zu den USA und dem Westen profitiert. Und die einzige Möglichkeit, diese Entwicklung zu ändern, sei die „Abkopplung“ Chinas vom Westen, argumentierten diese Beamten. In den USA betrachten Spitzenbeamte „den Anderen“, wie China, in der Regel als Gegner und akzeptieren nicht, dass ein anderer Staat in der Lage ist, die USA in irgendeinem Bereich zu überholen.

Im Jahr 2018 und noch mehr ab 2019, insbesondere ab Herbst 2019, wurde klar, dass China als der neue Feind der USA angesehen wird. Als das Weiße Haus im September 2019 Matthew Pottinger zum neuen stellvertretenden nationalen Sicherheitsberater ernannte, wurde dies sehr deutlich. Er ist ein „China-Falke“ aus dem US-Militärgeheimdienst. Er spricht fließend Chinesisch und hat Erfahrung mit dem Ausbruch des SARS-Virus in Hongkong 2002/2003. So jemanden stellt man nicht ohne Grund ein. Und um China vom Westen „abkoppeln“ zu können, was die Strategie der USA war, brauchte man ein großes Ereignis, das jede wissenschaftliche Zusammenarbeit mit China diskreditieren konnte. Man konnte ein solches Ereignis vorhersehen. Und was auch immer der COVID-19-Ausbruch nun war, er hatte sicherlich diesen Effekt.

Es war ein Schlag gegen jede technologische und wissenschaftliche Zusammenarbeit mit China, und aus amerikanischer Sicht wäre Wuhan das ideale Ziel. Denn ein Ausbruch in Wuhan würde es ermöglichen, das Virus dem Wuhan Institute of Virology anzulasten, das Fledermaus­viren untersucht. Angeblich hat man dort die ursprünglichen SARS-ähnlichen Viren erforscht, nicht aber Viren, die SARS-CoV-2 ähneln. Die USA könnten jedoch behaupten, dass das neue Virus aus dem Labor des Instituts entkommen ist und ein solches Leck in einem ausländischen Labor stand bereits 2018 im Mittelpunkt der US-Strategie. Diese Strategie wurde von Robert Kadlec verfasst.

Mit anderen Worten: Es ist die Politik der USA, China anzugreifen, die chinesische Wirtschaft zu schwächen und China vom Westen „abzukoppeln“.

Die Verantwortlichen in der US-Regierung argumentieren, dass der Einsatz von Biowaffen (die als natürliche Epidemie oder als Leck in einem Labor auftreten) der billigste und effizienteste Weg ist, einen Gegner anzugreifen. Außerdem leitete Kadlec 2018 eine Übung, bei der die Ausbreitung eines tödlichen Virus – ausgehend von einem ausländischen Labor – simuliert wurde. Im Jahr 2019 leitete er die Übung „Crimson Contagion“ (im Januar, April, Mai und August), bei der die US-Heimatschutzbehörde, die Federal Emergency Management Agency (FEMA) und lokale Landesregierungen eine von China ausgehende Pandemie mit einer halben Million toter US-Bürger simulierten. Die US-Behörden waren scheinbar voll und ganz auf das vorbereitet, was im folgenden Jahr passieren würde, auch wenn sie es nicht waren.

Es war erklärte US-Politik, Chinas Wirtschaft und wissenschaftliche Entwicklung einzudämmen, und US-Beamte hielten den Einsatz einer Epidemie für das billigste und effizienteste Mittel, um dies zu erreichen. Sie trainierten das ganze Jahr 2019 hindurch für ein solches Szenario. Im November 2019 behaupteten die US-Geheimdienste, dass es in Wuhan einen Virusausbruch geben würde, ein „katastrophales Ereignis“. Bevor irgendjemand in China etwas davon wusste. Vieles deutet auf einen US-Angriff auf China hin, und man muss sich fragen: Wie ist es möglich, dass es sich bei dem angeblich aus Wuhan stammenden SARS-CoV-2-Virus tatsächlich um zwei genetisch sehr unterschiedliche Viren handelte? Wie konnten diese beiden sehr unterschiedlichen Viren gleichzeitig an einem Ort auftreten? Auf dem Markt für Meeresfrüchte fanden die chinesischen Behörden keine kontaminierten Tiere oder kontaminierte Schneidebretter. Sie fanden das Virus in Abwässern, Abfällen und auf Türklinken.

Was haben Sie von der investigativen Arbeit der bulgarischen Journalistin Dilyana Gaytandzhieva gelernt? Warum, glauben Sie, ist ihre Arbeit nicht sehr bekannt?

Die bulgarische Journalistin Dilyana Gaytandzhieva hat viele Nachforschungen über US-amerikanische Biolabore oder Biowaffenlabore angestellt.

Es gibt einige Labore in Afrika, aber auch in fast allen Nachbarstaaten Russlands und Chinas. In diesen Laboren konnten US-Militärs und Wissenschaftler Dinge tun, die sie in den USA aus Sicherheitsgründen nicht tun können. In mehreren dieser Einrichtungen haben sie Viren untersucht, die SARS ähneln.

Sie haben Corona-Viren von Fledermäusen untersucht, sogar das sehr tödliche MERS-Virus, das angeblich von einer Fledermaus mit einem Dromedar als „Zwischenwirt“ abstammt, aber in Zentralasien und Südostasien gibt es keine Dromedare. Sie haben also die Viren offensichtlich in diesen Laboren untersucht. Viele dieser Labore, in etwa 25 Ländern, stehen offenbar unter der Kontrolle des US-Militärs. In einigen dieser Länder werden auch ehemalige sowjetische Biowaffenforscher eingesetzt. Nach dem Kalten Krieg sollten all diese Kompetenzen im Rahmen eines riesigen Programms des US-Verteidigungsministeriums von der Sowjetunion übernommen werden. Die USA sind wahrscheinlich das einzige Land (vielleicht neben Israel und dem Vereinigten Königreich), das ein ehrgeiziges Biowaffenprogramm hat. Und das Besondere an diesen Biowaffen ist, dass man sie einsetzen kann, ohne dass jemand davon weiß. Der Punkt ist, dass sie als natürliche Epidemie oder als Leck in einem Labor auftreten sollten.

Im zweiten Teil Ihres Artikels gehen Sie ausführlich auf die verfügbaren phylogenetischen Studien ein. Worum handelt es sich dabei? Sie scheinen der Meinung zu sein, dass die Bedeutung der phylogenetischen Studien unterschätzt wird, z.B. auch von Ron Unz, der in seinem ausgezeichneten Bericht ähnlich wie Sie zu dem Schluss kommt, dass SARS-COV-2 die Schöpfung eines US-Labores ist. Was müssen wir hinsichtlich der Beweise mit Blick auf den Ursprung von SARS-COV-2 verstehen?

Ich denke, dass die phylogenetischen Studien das Wichtigste sind, um das Geheimnis von COVID-19 zu lüften. Diese Studien geben uns ein analytisches Instrument, um den möglichen Ursprung des Virus zu verstehen. Mehrere Studien zeigen, dass es im Dezember 2019 in Wuhan einen dominierenden Virusstamm gab, gleichzeitig aber auch einen anderen Stamm von SARS-CoV-2, der nicht eng mit dem ersten verwandt war. Dies scheint ein fast unmöglicher Zufall zu sein. Außerdem waren diese beiden Stämme weder eng mit dem italienischen noch mit dem französischen Stamm und auch nicht mit einigen anderen Stämmen verwandt. In Shenzhen (Guangdong) mit seinen vielen internationalen Kontakten gab es Stämme, die den in Ostasien und in den USA gefundenen ähnlich waren, aber vor Wuhan gab es in Shenzhen keinen echten Ausbruch.

In New York stellte man fest, dass das Virus dem SARS-CoV-2-Typ in Europa ähnelte, nicht aber den chinesischen Viren. Das muss man berücksichtigen, wenn man über den Ursprung des Virus diskutiert.

Nach der Veröffentlichung meines Artikels durch Ron Unz gab es eine Reihe von Kommentaren, aber fast keiner der 350 Kommentare ging auf das ein, worüber ich in dem Artikel schrieb. Die meisten Leute hatten ihre eigene private Agenda, die nichts mit dem Artikel zu tun hatte. Niemand diskutierte die phylogenetischen Studien, fast niemand diskutierte die US-Biowaffenpolitik und die Beiträge von Kadlec. Und fast niemand erwähnte die Biolabor-Studie von Dilyana Gaytandzhieva. Niemand sprach über die US-Politik der psychologischen Operationen und des Wahrnehmungsmanagement.

Ich glaube, das liegt nicht nur daran, dass der Artikel schwer zu lesen war. Sondern auch, dass viele Menschen ihn nicht lesen wollen, weil die von mir vorgelegten wissenschaftlichen Studien nicht mit dem herrschenden Diskurs vereinbar sind. Sie sind nicht vereinbar mit dem, was uns die Medien erzählen.

In den Medien hieß es lange Zeit, das Virus stamme vom Huanan-Meeresfrüchte-Markt in Wuhan, und die Schlussfolgerung lautete, man solle keine Wildtiere verkaufen, während die chinesischen Behörden bereits Ende Januar 2020 zum Schluss kamen, dass das Virus nicht von diesem Markt stammte. Tatsächlich waren die ersten Fälle in Wuhan nicht mit dem Markt in Verbindung gebracht worden. In den letzten Monaten sprachen die Medien von einem Laborleck in Wuhan, ähnlich wie Präsident Trump und Außenminister Pompeo vor mehr als einem Jahr. Die Wissenschaftler in China kamen jedoch bereits im Januar 2020 zum Schluss, dass das Labor nicht der Ursprung des Virus gewesen sein kann, da sie ganz andere Viren untersucht hatten.

Einige italienische Studien wurden in den Medien erwähnt, aber dann mit dem Argument verworfen, dass die Proben kontaminiert gewesen sein könnten. Ron Unz kam ebenfalls zu einem ähnlichen Schluss. Er glaubt nicht, dass die Beweise für einen Ausbruch vor Wuhan stark genug sind, aber es gibt sicherlich einen Unterschied zwischen einer frühen Probe in Spanien (die man möglicherweise mit der Kontamination der Probe erklären könnte) und den Proben in Mailand und Turin am 18. Dezember 2019. Vor allem, wenn man dies mit einem Ausbruch einer seltsamen Lungenentzündung in der Gegend von Bergamo mit Hunderten von Fällen und mit den Blutkrebstests kombiniert, die COVID-19 angeblich schon im Oktober-November oder sogar im September offenbarten. In der nördlichen Lombardei gab es im Herbst/Winter 2019 viel mehr bekannte Lungenentzündungsfälle als in Wuhan.

Am wichtigsten ist jedoch, dass der SARS-CoV-2-Stamm aus der Lombardei nicht eng mit demjenigen aus Wuhan verwandt war. Das aus Wuhan nach Rom importierte SARS-CoV-2 unterschied sich stark von dem Virus aus der Lombardei. Man kann nicht über den Ursprung des Virus diskutieren, wenn man nicht über die phylogenetischen Studien spricht: Tatsache ist, dass der Hauptstamm in China und in Wuhan sich stark vom zweiten Wuhan-Stamm unterscheidet (der auch in Yunnan, Vietnam und Südkorea vorkommt). Keiner dieser Stämme ist eng mit dem italienischen Stamm oder mit dem dominierenden Stamm in Frankreich oder dem in New York verwandt. Es war nicht dasselbe Virus, das in Wuhan und Taiwan oder in Südkorea, Italien, Frankreich oder New York vorherrschte.

Dies wird außerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft anscheinend nicht diskutiert, weil es nicht zur Vorstellung eines „Wuhan-Virus“ passt. Weder zu einem in Wuhan natürlich entstandenen Virus noch zu einem dortigen Laborleck. Dementsprechend ist offenbar niemand bereit, darüber zu diskutieren.

Sie argumentieren, die Pandemie sähe nach einer US-Operation aus. Aber die USA haben die meisten Opfer der Pandemie. Warum sollten sie sich selbst zum Opfer Nr. 1 machen und nicht z. B. China?

Es gibt mehrere Gründe für die Annahme, dass es sich um eine von den US-Eliten durchgeführte Operation handelt.

Erstens gibt es keinen Hinweis darauf, dass China vor Ende Dezember 2019 von der Lungenentzündung in Wuhan und einem neuen Virus wusste, während die US-Geheimdienste offenbar Vorwissen hatten. Die US-Defense Intelligence Agency sprach bereits Mitte November von einem bevorstehenden Virusausbruch in Wuhan und „kam zu dem Schluss, dass es sich um ein katastrophales Ereignis handeln könnte“. Dies würde auf eine Verantwortung oder Vorkenntnis der USA hindeuten.

Zweitens sind die USA der einzige Staat, der China zu einer wirtschaftlich-technologischen Sicherheitsbedrohung erklärt hat. Und die USA sind wahrscheinlich der einzige Staat mit einem ehrgeizigen Biowaffenprogramm, der bereit ist, ein manipuliertes Virus einzusetzen, um die Wirtschaft eines Gegners unter dem Deckmantel einer natürlichen Epidemie zu schädigen. US-Biowaffenexperten behaupten, Biowaffen seien billiger und nützlicher als Atomwaffen. Sie könnten in Friedenszeiten eingesetzt werden, ohne dass der Feind etwas davon erfährt.

Drittens: Wenn man China mit einer Epidemie treffen wollte, sollte man Wuhan Anfang Januar treffen, denn Wuhan ist der zentrale Verkehrsknotenpunkt für Millionen von Menschen, die zum Frühlingsfest nach Hause fahren. So könnte man die Schuld leicht auf ein Laborleck in Wuhan schieben. Ein solches Leck ist seit 2018 Teil der US-Strategie und US-Übungen legten den Fokus dabei auf ein Laborleck und 2019 legten sie den Fokus auf eine Pandemie, mit Ursprung in China. 

Viertens: Die verantwortliche Elite in den USA könnte es auch vorgezogen haben, Präsident Trump zu treffen, der ein unberechenbarer und wenig vertrauenswürdiger Präsident war. Die oben genannte Pandemieübung rechnete mit einem Verlust von einer halben Million US-Bürgern. Als Opfer Nr. 1 würde Präsident Trump seine Inkompetenz demonstrieren. Das würde möglicherweise ausreichen, um Trumps Fähigkeit zur Wiederwahl zu verringern. Man würde also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Herr Professor Canetti, vielen Dank für  dieses Interview.

Quellen: