02/2015

Deutschlands Schattenregierung

Avda / www.avda-foto.de (CC3.0)

Auf dem Weg

Es muss direkt gesagt werden: Seit dem katastrophalen Tag am 11.9.2001 hat sich die Berichterstattung in den westlichen Mainstream-Medien drastisch verändert. An diesem Tag starb eine Grundregel des Journalismus, die schon den jüngsten Journalisten mit auf den Weg gegeben wird – die kritische Haltung gegenüber Quellen.

„Osama hat es getan“, sagte der damalige Präsident George W. Bush, und diese Aussage wurde dann durch einen koordinierten Einsatz in allen westlichen Medien verbreitet. Auf dieser Aussage basierte dann der „Krieg gegen den Terror“, durch den bis heute mehr als anderthalb Millionen Menschen ums Leben gekommen sind.„Saddam hat Massenvernichtungswaffen“, sagte derselbe Bush ein paar Jahre später und nochmals rollten die Leitmedien mit dramatischen Überschriften diese Aussage aus. Politisch wurden diese Lügen auf allerhöchster Ebene mitgetragen. Uns wurde erzählt, dass jede Großstadt in Europa innerhalb von 45 Minuten von Saddam Hussein mit chemischen Waffen getroffen werden könne. Und nochmals ging die Welt in den Krieg, diesmal wurde ein ganzes Land zerstört, 500.000 Kinder umgebracht. Massenvernichtungswaffen gab es nur dank der CIA, die die gefälschten Beweise dafür hergestellt hatte. „Wir haben den Täter“, sagte die USA, als Khalid Shaikh Mohammed in 2008 vor Gericht gebracht wurde und er die Planung von den Ereignissen am 11.9. gestanden hatte. Was damals nicht erzählt wurde, ist, dass Mohammed während seines Aufenthaltes in Guantanamo systematisch gefoltert wurde und erst gestanden hatte, nachdem er 183mal „waterboarded“ wurde.

Stopp, bitte!

Jetzt sind wir dreimal von der amerikanischen Top-Administration angelogen worden, und immer noch gehen wir bereitwillig mit den Amis in jeden Krieg, wenn sie dazu den Befehl geben. Immer wieder wird uns von den Mächtigen von der anderen Seite der Welt erzählt, wen wir zu lieben und wen wir zu töten haben. Jeder politischen Entscheidung folgen massive Investitionen in der Kriegsindustrie – oder ist es eher umgekehrt?Man braucht sich nicht lange mit der Geschichte der USA zu beschäftigen, um eine Linie zu erkennen. Dass die politische Elite des Landes sehr tief in der Kriegsindustrie engagiert ist, ist kein Geheimnis und diese Kultur hat sich sogar in Europa verbreitet, wo mittlerweile auch Top-Politiker Millionen auf Grund ihrer eigenen Entscheidungen verdienen.Der Bericht über eine der größten Kriegsindustrien der Welt, die Carlyle Group (siehe Free21 Magazin, März 2015) ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Hier werden ehemalige Top-Politiker nach ihrer Regierungstätigkeit angestellt und dafür belohnt, was sie in ihrer Dienstzeit entschieden und umgesetzt haben. Es geht um Millioneneinkommen und um ein Leben im Jet-Set – und es fängt alles mit dem Krieg an. Es ist im Prinzip nichts Neues, dass Krieg ein Katalysator für Geschäfte aller Art ist. Deswegen haben wir uns in der demokratischen Welt darauf verlassen, dass die Entscheidungen von den Politikern nur aus idealistischen und humanitären Gründen getroffen werden. Sowohl die Presse, als auch die Bevölkerung würden darauf reagieren, wenn einige Politiker zu enge Verbindungen zu den „Kriegsgewinnen“ hätten. So war das jedenfalls vor dem 11. September 2001. Seitdem geht die Presse allerdings genau in die Richtung, wo sie die Machthaber in Washington und in der EU haben möchte. Die vierte Staatsgewalt hat aufgegeben. Wir – die westliche Welt – hätten längst auf die Lügen der USA reagieren müssen. Abstand zu nehmen ist längst überfällig, aber stattdessen rüsten wir jetzt gemeinsam gegen die Russen, unser neuestes Feindbild „Made in USA“. Wir hätten schon längst vor einem internationalen Gericht prüfen lassen müssen, wieso das Pentagon im Oktober 2001 fertige Pläne hatte, um innerhalb von fünf Jahren in sieben Länder militärisch einzugreifen, unter anderem Irak, Syrien und Libyen. Und vor allem hätte es schon längst eine gerichtliche Untersuchung über die Ereignisse des 11. Septembers geben müssen. Stattdessen liegt uns ein gefälschter 9/11 Kommisionsbericht vor, von dem sich mittlerweile schon mehrere Kommissionsmitglieder distanziert haben. Schlimm ist nur, dass sich kaum ein Politiker traut, den Mund aufzumachen. Noch schlimmer ist es, dass sich kein Journalist in diese Themen verbeißt, was man von einer freien Presse ganz selbstverständlich erwarten müsste. Aber wie gesagt, die Pressefreiheit starb am 11. September 2001 und keiner traut sich, kritisch gegenüber den USA aufzutreten. Gewissenhafte Journalisten gibt es aber immer noch und deshalb haben wir mit Free21 angefangen. Wir behaupten nicht, die „Wahrheit“ zu kennen, wir sind aber ständig auf der Suche danach. Mit der Herausgabe des Magazins haben wir einen ersten Schritt unternommen, um authentischen Journalismus wieder zum Leben zu erwecken.

Wir sind auf einem guten Weg – Power to the Paper!

Tommy Hansen, Chefredakteur free21.org

Inhalt der Ausgabe

  • Neues aus Absurdistan

    Was ist eigentlich los in diesem Land? Die Geheimdienste haben sich offensichtlich längst jeder demokratischen Kontrolle entzogen. Zugegeben, der NSA-Untersuchungsausschuss ist da noch ein letzter Fels in der Brandung. Doch die politische Kaste, die das Land regiert, versucht auch dem parlamentarischen Kontrollgremium Steine in den Weg zu legen.   In der […] Weiter lesen

  • Die Eroberung Europas durch die USA

    Natürlich konnte man Snowden, Assange und Manning nicht völlig verschweigen. Aber das Interesse der Medien hielt sich in engen Grenzen, nachdem sich die erste Empörung gelegt hatte. Und die meisten Politiker waren und sind den Whistleblowern nicht gerade positiv gesonnen, weil sie – abgesehen von Geheimnisverrat – gegen die US-amerikanische Staatsräson […] Weiter lesen

  • Wegsehen, wenn es um Mord geht

    Angenommen, ich bekomme Besuch von einem langjährigen Freund aus Übersee und dieser packt während seines Aufenthaltes bei mir ein Jagdgewehr samt entsprechender Munition aus, sollte ich mir Gedanken machen, wenn er damit auf das Haus meines Nachbarn zielt? Angenommen, mein Freund aus Übersee bittet mich am nächsten Tag, ihm mit einem […] Weiter lesen

  • The European „Patriot Act“

    Das Dokument steht dem sog. Patriot Act der Vereinigten Staaten wenig nach und beinhaltet zudem Vorschläge zur engeren Zusammenarbeit mit US-Behörden.                   Am Anfang war ein furchtbarer Terrorakt – dem Zuschauer in Echtzeit übermittelt und medial aufwendig aufgearbeitet. Die Täter einige Stunden nach der Tat bereits […] Weiter lesen

  • Abschuss durch ukrainische SU 25 ist bewiesen

    Der erste „Bericht“ der holländischen Kommission zum Absturz der MH 17 über der Ostukraine war beschämend nichtssagend. Er konnte sich auch nicht auf Fakten stützen, die nur belegt werden können, wenn die Wrackteile ordentlich untersucht werden. Ein Teil der Flugzeugreste ist seit einigen Monaten nach Holland gebracht worden und jetzt lässt […] Weiter lesen

  • Die Kinder von Donezk

    Der Krieg ist hier unter uns, er ist zwischen uns, zwischen mir und diesen drei Mädchen – Paulina, Nastja und Katja. Er ist in ihre Augen, ihre Stimmen, ihre Seelen eingebrannt. Und sie erkennen mich an, weil auch ich mittlerweile in diesem Krieg lebe wie sie. Es ist Mitte September 2014, […] Weiter lesen

  • Der Dorn im Auge des Imperiums

    Die Geschichte der USA in Lateinamerika ist mit Blut getränkt. All die von der CIA durchgeführten Staatstreiche, all die vom Militär inszenierten Angriffskriege und alle sonstigen Schweinereien auch nur zu umreißen, würde jeden Rahmen sprengen. Exemplarisch soll hier dennoch der Sturz von Salvador Allende im Jahre 1973 genannt werden, des demokratisch […] Weiter lesen

  • Hinter jedem Flüchtling steht ein Waffenhändler

    Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union versuchen den Eindruck zu erwecken, dass sie ernsthaft bemüht sind, jenen armen und von Katastrophen heimgesuchten Leuten zu helfen, die unter höchst riskanten und unmenschlichen Bedingungen aus Kriegsgebieten nach Europa flüchten. Neben dem Fehlen von wahrem Humanismus und Mitgefühl, sowie der zynischen Absicht, den “Abschreckungsfaktor” aufrecht […] Weiter lesen

  • Freimaurer und die Rothschild-Dynastie

    1789 wurde Alexander Hamilton der erste Finanzminister der Vereinigten Staaten. Hamilton gehört zu den vielen Gründervätern, die Freimaurer waren. Er unterhielt enge Beziehungen zur Familie Rothschild, der die Bank von England gehörte und die an der Spitze der europäischen Freimaurerbewegung stand. George Washington, Benjamin Franklin, John Jay, Ethan Allen, Samuel Adams, […] Weiter lesen

  • Wir haben die Seele der Gier-Kultur endgültig satt

    Ein unangenehmes Gefühl. Vor allem, wenn es sich wie ein schleichendes Gift in die Gesellschaft frisst. Um dieses Gefühl abzumildern, um an ihm also nicht verrückt zu werden, bleibt uns eigentlich nur eines: die Probleme in ein anderes Licht zu rücken. Wenn wir sie schon nicht lösen können, so können wir […] Weiter lesen

  • Kriegspropaganda statt Friedenspolitik

    Das Bundeskanzleramt wirft dem Oberbefehlshaber der NATO in Europa, Philip M. Breedlove, “gefährliche Propaganda” vor. Zu Frage, was von dieser Kritik, die ausgerechnet von der Regierung eines Landes geübt wird, die derlei Propagandatechniken selbst immer wieder angewandt hat, zu halten ist, sprach Jens Wernicke mit dem renommierten Friedensforscher und NATO-Kenner Daniele […] Weiter lesen

  • US-Think-Tank benennt offen imperiale Ziele

    Der Gründer und Vorsitzende des führenden privaten US-amerikanischen Think Tanks „STRATFOR“ (Abkürzung für „Strategic Forecasting Inc.“) George Friedman bestätigte am 4. Februar 2015 vor dem „Chicago Council on Global Affairs“, dass die USA seit mehr als 100 Jahren eine deutsch-russische Zusammenarbeit mit allen Mitteln verhindern wollen. Für England war ab 1871 […] Weiter lesen