Chinas Wirtschaft wächst deutlich schneller als die der USA

Entgegen der „Fake News“ in westlichen Medien, wächst die chinesische Wirtschaft deutlich schneller als die der USA. Die BIP-Daten für China, die USA und die anderen G7-Länder für das Jahr 2023 wurden veröffentlicht und ermöglichen nun eine genaue Bewertung ihrer Volkswirtschaften.

By Published On: 6. June 2024Categories: Unkategorisiert

Dieser Text wurde zuerst am 27.02.2024 auf www.mronline.org unter der URL <https://mronline.org/2024/02/27/chinas-economy-is-still-far-out-growing-the-us-contrary-to-western-media-fake-news/> veröffentlicht. Lizenz: John Ross, Monthly Review, CC BY-NC-ND 4.0

Roboter fertigen ein Fahrzeug in China. (Foto: Lenny Kuhne, Unsplash, CC0)

Die BIP-Daten für China, die USA und die anderen G7-Länder für das Jahr 2023 wurden nun veröffentlicht. Dies ermöglicht eine genaue Bewertung der Leistung der chinesischen, der US-amerikanischen und anderer wichtiger Volkswirtschaften – sowohl im Hinblick auf Chinas Binnenziele als auch im internationalen Ver-gleich. Es gibt zwei wesentliche Gründe, warum dies wichtig ist.

  • Erstens aus innenpolitischen Gründen Chinas: Um eine ausgewogene Einschätzung der sozialistischen Wirtschaftslage Chinas zu erlangen und damit die anstehenden Aufgaben zu bewältigen.
  • Zweitens, weil die USA eine außergewöhnliche Propagandakampagne gestartet haben, einschließlich zahlreicher offensichtlicher Falschdarstellungen von Fakten, in dem Versuch, die echten internationalen, wirtschaftlichen Tatsachen zu verschleiern.

Die tatsächliche Situation ist, dass Chinas Wirtschaft auf dem Weg ins Jahr 2024 alle anderen großen und vergleichbaren Volkswirtschaften weit übertroffen hat.

Diese Realität steht in völligem Widerspruch zu den Behauptungen der US-Medien. Dies wiederum zeigt die außergewöhnlichen Verzerrungen und Verfälschungen in den US-Medien über diese Situation. Es bestätigt, dass der westliche Wirtschaftsjournalismus in den meisten Fällen, mit einigen ehrbaren Ausnahmen, hauptsächlich von „Fake News“ statt von einer objektiven Analyse dominiert wird.

Sowohl für das Verständnis der wirtschaftlichen Situation als auch für das Ausmaß der Verzerrung in den US-Medien ist es daher notwendig, die Fakten der aktuellen internationalen Entwicklungen festzuhalten.

Chinas Wachstumsziele

Ausgehend von den strategischen binnenwirtschaftlichen Kriterien hat China klare Ziele für die wirtschaftliche Entwicklung in der nächsten Periode festgelegt (Fünfjahresplan, Anm. d. Red.), in der der Übergang von einer „sich entwickelnden“ zu einer „Hochlohnland“-Volkswirtschaft nach internationalen Standards der Weltbank abgeschlossen wird. Konkretere Zahlen wurden in den Diskussionen zum 14. Fünfjahresplan 2020 für China bis 2035 festgehalten: „Es ist durchaus möglich, das Gesamt- oder Pro-Kopf-Einkommen zu verdoppeln.“ [1] Ein solches Ergebnis würde bedeuten, dass China entscheidend die vermeintliche so genannte „middle income trap“ überwindet und – wie es auf dem 20. Parteikongress heißt – China das Niveau eines „mittleren Entwicklungslandes bis 2035“ erreicht [2]. (Anm. d. Red.: „Die Middle Income Trap-These“ besagt, dass es ein Land nach dem erfolgreichen Aufstieg zum Schwellenland schwer hat, den nächsthöheren Sta-tus eines Industriestaates zu erreichen. Die Diskussion der These kann schwächelnden Schwellenländern nützliche Hinweise zur Überwindung ihrer aktuellen Probleme geben.)

In einer Reihe kürzlich erschienener westlicher Berichte – die für Anti-Chinesische Propaganda weithin genutzt werden – wird behauptet, dass die chinesische Wirtschaft einen starken Abschwung erleben und ihre Ziele nicht erreichen wird.

Es liegt auf der Hand, dass es für Chinas gesamte nationale Erneuerung und den Aufbau des Sozialismus von grundlegender Bedeutung ist, welches dieser Ziele erreicht wird. Xi Jinping erklärte, dass China den „Weg der wirtschaftlichen Entwicklung als zentrale Aufgabe betrachtet, der wirtschaftliche, politische, kulturelle, soziale, ökologische und andere Formen des Fortschritts mit sich bringt.“ Jedoch betrifft das Ergebnis die gesamte globale Wirtschaft – beispielsweise behauptete der Vorsitzende von Rockefeller International, in einem kürzlich erschienenen Financial Times-Artikel, dass Chinas „Wirtschaft … Marktanteile an seine Mitbewerber verliert“ [3]. Das Wall Street Journal behauptete: „Chinas Wirtschaft schleppt sich ins Jahr 2024“ [4]. Im Gegensatz dazu, wäre die USA durch eine „widerstandsfähige Binnenwirtschaft“ gekennzeichnet [5]. Der britische Daily Telegraph verkündete, China habe eine „stagnierende Wirtschaft“ [6]. Die Washington Post titelte: „Fallende Inflation und steigendes Wachstum ermöglichen den USA die beste Erholung der Welt“, wobei der Artikel behauptet: „In den Vereinigten Staaten … übertrifft die überraschend starke Wirtschaftsleistung, die aller wichtigen Handelspartner.“ [7] Angeblich liegt es daran, dass die Wirtschaft „bis Ende September um mehr als 7 Prozent größer war als vor der Pandemie. Das war mehr als das Doppelte des japanischen Zuwachses und weit besser als Deutschlands mickriger Anstieg von 0,3 Prozent.“ Zahlreiche ähnliche Behauptungen könnte man aus US-Medien zitieren.

Die USA nutzen „Fake News“

Beim Lesen der Behauptungen in US-Medien zu diesen Themen und dem Vergleich mit den Fakten ist es unmöglich, nicht zu dem Schluss zu kommen, dass es sich um absichtliche „Fake News“ zu Propagandazwecken handelt – wie wir sehen werden, ist die einzige abweichende Erklärung, dass es beschämend schlampiger Journalismus ist, der in angeblichen „Qualitätsmedien“ nicht erscheinen sollte. Zum Beispiel ist es einfach absurd und wahrhaftig eine „Fake News“, dass die USA „alle ihre wichtigen Handelspartner übertrifft“, oder dass China eine „stagnierende Wirtschaft“ hat. Jeder, der sich die Mühe macht und sich die Fak-ten anschaut – eine grundlegende Anforderung an Journalisten – kann leicht herausfinden, dass solche Behauptungen völlig falsch sind – wie unten detailliert gezeigt wird.

Zunächst ein Beispiel für US-Berichte zur Binnenwirtschaft, bevor auf internationale Aspekte eingegangen wird: Eine verzerrte Darstellung des US-Wirtschaftswachstums 2023 war in den US-Medien so systematisch verbreitet, dass es unmöglich ist, nicht zu dem Schluss zu kommen, dass dies eine absichtliche Fehldarstellung war, um eine übertriebene Sicht auf die wirtschaftliche Leistung der USA zu präsentieren. Tatsächlich meldete die offizielle Statistikbehörde für das Wirtschaftswachstum der USA, das Bureau of Economic Analysis, dass das BIP der USA im Jahr 2023 um 2,5% gewachsen ist – zum Vergleich: Chinas BIP wuchs um 5,2%. Aber eine Reihe von US-Medien, angefangen beim Wall Street Journal, verkündeten stattdessen, dass die „US-Wirtschaft im letzten Jahr um 3,1% wuchs“ [8].

Diese „Fake News“ zum Wachstum der USA wurde durch statistisches „Rosinenpicken“ erzeugt. In diesem Fall wurde nur das letzte Quartal 2023 mit dem letzten Quartal 2022 verglichen, was einen Anstieg von 3,1% ergab, aber man hat das BIP-Wachstum nicht für das gesamte „letzte Jahr“ berücksichtigt. Das Wachstum der USA in den ersten Quartalen 2023 war jedoch weit schwächer als im vierten Quartal – das Wachstum betrug im Vergleich zum Vorjahr im ersten Quartal nur 1,7% und im zweiten Quartal nur 2,4%. Unter Berücksichtigung dieses schwachen Wachstums im ersten Teil des Jahres und des stärkeren Wachstums im zweiten, betrug das Wachstum der USA für das gesamte Jahr nur 2,5% – nicht 3,1%. Da es durchaus einfach ist, die tatsächlichen jährlichen Zahlen nachzuschlagen, die von der US-Statistikbehörde exakt veröffentlicht wurden, ist es schwer nicht zu dem Schluss zu kommen, dass dies eine absichtliche Verzerrung der US-Medien war, um fälschlicherweise eine höhere Wachstumsrate der USA im Jahr 2023 darzustellen.

Es sei darauf hingewiesen, dass selbst wenn das BIP-Wachstum der USA 3,1% betragen hätte, das Wachstum Chinas mit 5,2% deutlich höher gewesen wäre. Aber die realen Daten machen deutlich, dass die chinesische Wirtschaft im Jahr 2023 mehr als doppelt so schnell gewachsen ist wie die der USA. Was auf einen Blick zeigt, dass Behauptungen, die USA würden „alle ihre wichtigen Handelspartner übertreffen“, oder dass China eine „stagnierende Wirtschaft“ hätte, völlige „Fake News“ waren.

Es könnten viele weitere Beispiele für falsche Behauptungen der US-Medien gegeben werden, aber der beste Weg, die Gesamtsituation zu erfassen, besteht darin, systematisch die gesamten Fakten des Wirtschaftswachstums in den wichtigsten Volkswirtschaften darzulegen.

Was China tun muss, um die Ziele für 2035 zu erreichen

Bei der Bewertung der Wirtschaftsleistung Chinas im Vergleich zu den strategischen Zielen des Landes – das BIP und das Pro-Kopf-BIP zwischen 2020 und 2035 zu verdoppeln – ist festzustellen, dass die Bevölkerung Chinas im Jahr 2022 um 0,1% zurückgegangen ist und dieser Rückgang voraussichtlich anhalten wird. Die UNO prognostiziert, dass die Bevölkerung Chinas zwischen 2020 und 2035 im Durchschnitt um 0,1% pro Jahr zurückgehen wird. Daher ist das Ziel, das BIP-Wachstum bis 2035 zu verdoppeln, in Bezug auf das Wirtschaftswachstum eine etwas größere Herausforderung als das Pro-Kopf-Ziel und wird hier im Mittelpunkt stehen. Wenn das Gesamt-BIP-Ziel Chinas erreicht wird, wird zwangsläufig auch das Pro-Kopf-BIP-Ziel übertroffen.

Für einen internationalen Vergleich der chinesischen Wachstumsprognosen Chinas mit den USA schätzt das US-Congressional Budget Office (CBO) – das für die offiziellen Wachstumsprognosen der US-Wirtschaft verantwortlich ist und auf denen die Politik der Regierung beruht –, dass zwischen 2023 und 2053 eine durchschnittliche jährliche Zunahme des US-BIP von 1,8% erwartet wird [9]. Wobei diese ab 2034 auf 1,6% sinkt. Diese Zahl liegt leicht unter dem aktuellen 12-Jahres-Durchschnitt des jährlichen BIP-Wachstums der USA von 2,3% – wobei 12 die Anzahl der Jahre von 2023 bis 2035 ist. Um jeglichen Vorwurf einer Voreinge-nommenheit gegenüber den USA und zugunsten Chinas in internationalen Vergleichen zu vermeiden, wird hier die höhere US-Zahl von 2,3% verwendet.

Die Ergebnisse solcher Zahlen zeigen, dass wenn China sein Wachstumsziel für 2035 erreicht und die USA weiterhin mit 2,3% wachsen, zwischen 2020 und 2035 die chinesische Wirtschaft um 100% und die der USA um 41% wachsen wird – siehe Abbildung 1. Daher würde die Wirtschaft Chinas von 2020 bis 2035 etwas mehr als zweieinhalbmal so schnell wachsen wie die der USA.

Abbildung 1

Die strategischen Folgen des chinesischen Wirtschaftswachstums

Die internationalen Auswirkungen solcher Wachstumsaussichten wurden von Martin Wolf, dem Chefkommentator für Ökonomie der Financial Times, prägnant zusammengefasst. Wenn Chinas Wirtschaft weiterhin erheblich schneller wächst als westliche Wirtschaften und es den Status eines „mittelentwickelten Landes bis 2035“ erreicht, dann wird Chinas Wirtschaft – neben der Erreichung hoher Lebensstandards im Inland – bei weitem die größte der Welt sein. Wolf drückt es so aus [10]: „Die Auswirkungen lassen sich recht einfach erkennen. Laut dem IWF betrug Chinas relatives Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (gemessen in Kaufkraft) im Jahr 2022 28 Prozent des US-Niveaus. Dies ist fast genau die Hälfte des polnischen BIP pro Kopf… Ange-nommen, dass sich sein [Chinas] relatives BIP pro Kopf verdoppelt, um das von Polen zu erreichen. Dann wäre das chinesische BIP mehr als doppelt so groß wie das der USA und größer als das der USA und der EU zusammen.“ Bis 2035 wäre ein solcher Prozess bei den bereits genannten Wachstumsraten nicht abge-schlossen. Gemessen am von Wolf gewählten Maßstab der Kaufkraftparität (KKP) wäre Chinas Wirtschaft bis 2035 um 60% größer als die der USA und würde China damit bei weitem zur größten Volkswirtschaft der Welt machen.

Wolf stellt gleichermaßen treffend fest, dass die einzige Möglichkeit, ein solches Ergebnis zu verhindern, darin besteht, Chinas Wirtschaft auf das Wachstumsniveau einer westlichen Wirtschaft wie den USA abzubremsen. Offensichtlich wird China, wenn das Wirtschaftswachstum auf das einer westlichen Wirtschaft abgebremst wird, niemals zu den westlichen Ländern aufschließen – es wird zwangsläufig einfach den gleichen Abstand beibehalten. Daher, wie Wolf es treffend formuliert, sind die Ergebnisse:

„Was ist die wirtschaftliche Zukunft Chinas? Wird es ein Hochlohnland und damit zwangsläufig für eine längere Zeit die größte Wirtschaft der Welt sein? Oder wird es in der ,middle income trap‘ stecken bleiben, mit einem Wachstum, das mit dem der USA vergleichbar ist?“

Der Fortschritt bei der Erreichung der strategischen wirtschaftlichen Ziele Chinas

Wenden wir uns der genauen Zahl zu, die erforderlich ist, um das Ziel Chinas für 2035 zu erreichen. Chinas Ziel, das BIP zu verdoppeln, erfordert durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von mindestens 4,7% zwischen 2020 und 2035. Bisher liegt China, wie aus Abbildung 1 hervorgeht, über diesem Ziel – das durch-schnittliche jährliche Wachstum in den Jahren 2020-2022 betrug 5,7%, was bedeutet, dass von 2023 bis 2035 nun ein durchschnittliches Wachstum von 4,6% erforderlich ist.

Chinas BIP-Zunahme von 5,2% im Jahr 2023 übertraf daher erneut die erforderliche Wachstumsrate von 4,6%, um sein Ziel für 2035 zu erreichen – wie Abbildung 1 zeigt. Von 2020 bis 2023 betrug die erforderliche Gesamtzunahme des chinesischen BIP, um das Ziel für 2035 zu erreichen, 14,9%, während das tatsächliche Wachstum 17,5% betrug. Damit setzt sich ein 45-jähriger Rekord seit der Reform und Öffnung im Jahr 1978 fort, während des gesamten Zeitraums wurden die mittel- und langfristigen Ziele, die von China gesetzt wurden, immer übertroffen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass es im Jahr 2023 oder tatsächlich seit 2020 keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass China sein Ziel, das BIP zwischen 2020 und 2035 zu verdoppeln, nicht erreichen wird – China liegt bereits über diesem Ziel. Die Wachstumsrate von 4,6% würde leicht sicherstellen, dass China bis weit vor 2035 ein Hochlohnland nach den Kriterien der Weltbank wird – die aktuellen Kriterien hierfür liegen bei einem Pro-Kopf-Einkommen von 13.846 USD.

Es sollte beachtet werden, wie im Folgenden ausführlich diskutiert wird, dass aus dieser erforderlichen durchschnittlichen, jährlichen Wachstumsrate von 4,6% für China, um seine strategischen Ziele zu erreichen, eine klare internationale Schlussfolgerung resultiert. Dies bedeutet, dass China während dieses gesamten Zeitraums bis 2035 viel schneller wachsen muss als die westlichen Volkswirtschaften – das entspricht dem aktuellen Trend Chinas. Wenn China jedoch auf das Wachstumsniveau einer westlichen Volkswirtschaft verlangsamen würde, würde es seine strategischen Ziele bis 2035 nicht erreichen, könnte kein Hochlohnland werden und würde zwangsläufig den gleichen Abstand zu den westlichen Ländern beibehalten wie jetzt. Die Auswirkungen davon werden im Folgenden betrachtet.

Systematische Vergleiche statt „Rosinenpicken“

Nachdem wir Chinas Leistung im Jahr 2023 hinsichtlich der Erreichung seiner eigenen binnenwirtschaftlichen, strategischen Ziele betrachtet haben, wenden wir uns nun den tatsächlichen Ergebnissen und einem Vergleich Chinas mit anderen internationalen Volkswirtschaften zu. Dies zeigt sofort die faktische Absurdität, die reinen „Fake News“ aus Behauptungen wie denen, dass die USA „die beste Erholung der Welt“ haben und „die Vereinigten Staaten… alle ihre wichtigen Handelspartner übertreffen“. Im Gegenteil hat China nicht nur im Jahr 2023, sondern im gesamten letzten Quartal die US-Wirtschaft bei weitem übertroffen. Chinas Überlegenheit gegenüber den anderen wichtigen, westlichen G7-Volkswirtschaften ist sogar größer als die der USA.

Völlig irreführende Behauptungen über solche internationalen Vergleiche, die für Propagandazwecke anstelle einer ernsthaften Analyse verwendet werden, werden manchmal gemacht, weil Daten aus extrem kurzen Zeiträumen entnommen werden, die aus dem Zusammenhang gerissen sind – unrepräsentatives statisti-sches „Rosinenpicken“ oder, wie Lenin es ausdrückte, ein statistisches „dreckiges Geschäft“. Eine solche Methode ist immer fehlerhaft, aber besonders während der von der Covid-Pandemie beeinflussten Zeiträume, da diese extreme kurzfristige, wirtschaftliche Schwankungen aufgrund von Lockdowns und ähnlichen Maßnahmen verursachten. Chinas Behauptung eines überlegenen Wachstums basiert auf seiner Gesamtleistung und nicht auf der absurd falschen Behauptung, dass es jede andere Volkswirtschaft, in jedem Maßstab, in jedem einzelnen Quartal übertrifft! Daher ist der am besten geeignete Zeitraum für internationale Vergleiche, vom Beginn der Pandemie bis zu den neuesten verfügbaren BIP-Daten. Da der Vergleich zwischen China und den USA der häufigste ist und sich besonders die US-Medienkampagnen darauf konzentrieren, wird dies zuerst betrachtet.

Das Wachstum von China und den USA im Jahr 2023

Es wurde bereits festgestellt, dass im Jahr 2023 das BIP Chinas um 5,2% und das der USA um 2,5% gewachsen ist – Chinas Wirtschaft wuchs mehr als doppelt so schnell wie die der USA. Es sollte jedoch auch beachtet werden, dass 2023 ein Jahr überdurchschnittlichen Wachstums für die USA war – das durchschnittliche jährliche Wachstum der USA über einen Zeitraum von 12 Jahren beträgt nur 2,3% und über einen Zeitraum von 20 Jahren nur 2,1%. Daher ist, obwohl Chinas Volkswirtschaft im Jahr 2023 mehr als doppelt so schnell wie die der USA gewachsen ist, diese Zahl tatsächlich etwas schmeichelhaft für die USA. Abbildung 2 zeigt, dass China seit Beginn der Pandemie um 20,1% und die USA um 8,1% gewachsen sind – das Gesamtwachstum des chinesischen BIP seit Beginn der Pandemie war also zweieinhalbmal größer als das der USA. Chinas durchschnittliche jährliche Wachstumsrate betrug 4,7% gegenüber 2,0% der USA.

Abbildung 2

Die Wirtschaftsleistung Chinas und der drei wichtigsten globalen Wirtschaftszentren

Wenden wir uns umfassenderen internationalen Vergleichen zu, die über die USA hinausgehen. Die Daten zeigen sofort die äußerst negative Situation in den meisten Ökonomien des „Globalen Nordens“ und Chinas überdurchschnittliche Leistung gegenüber diesen Ländern. Abbildung 3 zeigt die Entwicklungen in den drei größten Wirtschaftszentren der Welt – China, den USA und der Eurozone – unter der Berücksichtigung einer breiten Datenpalette. Diese drei zusammen machen mit den aktuellen Wechselkursen 57% des Welt-BIP aus. Und in Kaufkraftparitäten (KKP) machen sie zusammen 46% aus. Kein anderes Wirtschaftszentrum kommt ihrem Gewicht in der Weltwirtschaft nahe.

Abbildung 3

Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels lagen noch keine Daten für das Euro-Währungsgebiet für das gesamte Jahr 2023, in Bezug auf die relative Leistung dieser drei großen Wirtschaftszentren vor – was der ideale Vergleich wäre. Es wurden allerdings Daten für das Euro-Währungsgebiet für alle vier Quartale 2023 veröffentlicht und Trends können auf dieser Basis berechnet werden. Diese zeigen, dass China in den vier Jahren bis zum 4. Quartal 2023, also der Zeitraum seit Beginn der Pandemie, um 20,1% gewachsen ist, die USA um 8,2% und die Eurozone um 3,0%. Chinas Wirtschaft wuchs daher zweieinhalbmal so schnell wie die der USA, während die Situation der Eurozone als äußerst negativ bezeichnet werden könnte, mit einem durchschnittlichen jährlichen BIP-Wachstum in den letzten vier Jahren von nur 0,7%.

Diese Daten machen erneut deutlich, dass die Behauptungen in den westlichen Medien, China stehe vor einer Wirtschaftskrise und den westlichen Volkswirtschaften gehe es gut, völlig absurd sind – reine Fantasiepropaganda, die von der Realität losgelöst ist.

Relative Leistung von China und den G7

Wenn wir zur Analyse einzelner Länder übergehen und China mit allen G7-Staaten vergleichen, d.h. den wichtigsten hochentwickelten Volkswirtschaften, zeigt sich die Situation ebenfalls deutlich – siehe Abbildung 4. Die Daten für China und alle G7-Wirtschaften wurden nun für das gesamte Jahr 2023 veröffentlicht. Die Überlegenheit Chinas gegenüber allen wichtigen hochentwickelten Volkswirtschaften wird erneut deutlich.

Abbildung 4

In den vier Jahren seit Beginn der Pandemie wuchs Chinas Wirtschaft um 20,1%, die der USA um 8,1%, Kanada um 5,4%, Italien um 3,1%, Großbritannien um 1,8%, Frankreich um 1,7%, Japan um 1,1% und Deutschland um 0,7%.

Im gleichen Zeitraum wuchs Chinas Volkswirtschaft daher zweieinhalbmal so schnell wie die der USA, fast viermal so schnell wie Kanada, fast siebenmal so schnell wie Italien, elfmal so schnell wie Großbritannien, zwölfmal so schnell wie Frankreich, achtzehnmal so schnell wie Japan und fast neunundzwanzigmal so schnell wie Deutschland.

Das durchschnittliche jährliche BIP-Wachstum während dieses Zeitraums betrug: China 4,7%, USA 2,0%, Kanada 1,3%, Italien 0,8%, Großbritannien 0,4%, Frankreich 0,4%, Japan 0,3% und Deutschland 0,2%.

Es kann daher festgestellt werden, dass Chinas Volkswirtschaft die der USA bei weitem übertroffen hat, während die Leistung aller anderen wichtigen G7-Volkswirtschaften durchaus als äußerst negativ beschrieben werden kann – alle weisen durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von rund oder sogar unter 1% auf.

China im Vergleich mit sich
entwickelnden Ländern

Ein Vergleich mit den wichtigsten sich entwickelnden Ländern – der BRICS-Staaten – kann anhand der Prognosen des IWF vom Januar 2024 durchgeführt werden. Abbildung 5 zeigt dies, unter Verwendung des tatsächlichen Ergebnisses für China und der IWF-Prognosen für die anderen Länder. In dem Zeitraum seit Beginn der Pandemie, von 2019 bis 2023, wuchs das BIP Chinas um 20,1%, Indiens um 17,5%, Brasiliens um 7,7%, Russlands um 3,7% und Südafrikas um 0,9%.

Abbildung 5

Diese Daten bestätigen, dass die wichtigsten Volkswirtschaften des Globalen Südens schneller wachsen als die meisten Volkswirtschaften des Globalen Nordens – was Teil des Aufstiegs des Globalen Südens ist und auf die gute Leistung Indiens verweist. Aber China wuchs um mehr als das Zweieinhalbfache gegenüber allen Volkswirtschaften der BRICS-Staaten, mit Ausnahme Indiens – Chinas Wachstum war um 15% höher als das Indiens. Es sollte beachtet werden, dass Indien sich in einem wesentlich niedrigeren Entwicklungsstadium befindet als die anderen BRICS-Volkswirtschaften – alle anderen fallen in die Weltbank-Klassifizierung der „upper middle-income economies” (Länder mit mittlerem Einkommen im oberen Bereich, Anm. d. Red.), während Indien in die „lower middle income”-Kategorie (Land mit mittlerem Einkommen im unteren Bereich, Anm. d. Red.) einzuordnen ist.

Chinas Wachstum im Vergleich mit westlichen Volkswirtschaften

Schließlich zeigt die Überlegenheit Chinas, was erforderlich ist, damit die eigenen strategischen Ziele für das Jahr 2035 erreicht werden. Das für China erforderliche Wachstum von 4,6%, um diese Ziele zu erreichen, bedeutet, dass es ein Wachstum weit über dem der westlichen Volkswirtschaften aufrechterhalten muss – Abbildung 6 zeigt dies in einer Gesamtbetrachtung zusätzlich zu oben genannten Einzelvergleichen mit den wichtigsten Volkswirtschaften. Während China eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 4,6% erreichen muss, beträgt die durchschnittliche Wachstumsrate der „westlichen“ Hochlohnland-Volkswirtschaften nur 1,9%, die der USA 2,3% und der Durchschnitt der Entwicklungsländer 3,0%. Das heißt, um die Ziele für 2035 zu erreichen, muss China doppelt so schnell wachsen wie der langfristige Trend der USA, fast zweieinhalbmal so schnell wie der Durchschnitt der Hochlohnland-Volkswirtschaften und mehr als 50% schneller als der Durchschnitt der sich entwickelnden Länder. Wie bereits gesehen, übertrifft China dies sogar.

Abbildung 6

Aber solche Fakten zeigen sofort, warum es äußerst irreführend ist, wenn Vorschläge gemacht werden, dass sich China in Richtung der makroökonomischen Struktur einer westlichen Volkswirtschaft bewegen sollte. Wenn China die Struktur einer westlichen Volkswirtschaft annimmt, wird China natürlich auf das gleiche Wachstumstempo wie westliche Volkswirtschaften abgebremst – und wird daher seine wirtschaftlichen Ziele für 2035 nicht erreichen. China wird genau in dem negativen Ergebnis, der von Martin Wolf präzise diagnostizierten Situation, stecken bleiben.

„Was ist die wirtschaftliche Zukunft Chinas? Wird es ein Hochlohnland werden und damit zwangsläufig für eine längere Zeit die größte Volkswirtschaft der Welt sein, oder wird es in der ‚middle income trap‘ stecken bleiben, mit einem Wachstum vergleichbar dem der USA?“

Fazit

Zusammenfassend ist es neben der objektiven Analyse der wirtschaftlichen Ergebnisse von 2023 auch im Licht dieser faktischen Situation notwendig, eine Anmerkung zum westlichen, insbesondere zum US-amerikanischen „Journalismus“ zu machen. Keine der oben genannten Daten ist geheim, alles ist aus öffentlich zugänglichen Quellen verfügbar. In vielen Fällen erfordert es nicht einmal Berechnungen und es können einfach veröffentlichte Daten verwendet werden. Aber die US-amerikanischen Medien und Journalisten berichten systematisch irreführende Informationen, und in vielen Fällen sind sie einfach unwahr. Während die USA in der Schaffung von wirtschaftlichem Wachstum hinter China zurückblieben, waren sie sicherlich weltweit führend in der Produktion von „Wirtschafts-Fake News“! Was war der Grund und welche Haltung sollte dazu eingenommen werden?

Um Anschuldigungen von Verzerrungen zu vermeiden, sollte festgestellt werden, dass es eine kleine Handvoll westlicher Journalisten gab, die sich weigerten, sich auf diese Art von Verzerrungen und Falschmeldungen einzulassen. Zum Beispiel verurteilte Chris Giles, Wirtschaftskommentator der Financial Times aufs Schärfste „eine absurde Art, Volkswirtschaften zu vergleichen… unter Menschen, die es besser wissen sollten“ [11]. Giles tat dies nicht aus Unterstützung für China, sondern weil er zu Recht davor warnte, dass die Verbreitung falscher oder verzerrter Informationen zu schwerwiegenden Fehlern von Ländern führt: „Da ich aus Großbritannien – das seinen Status als führende Wirtschaftsmacht im späten 19. Jahrhundert verlor, aber immer noch einige Größenwahnvorstellungen hat – komme, kann ich das amerikanische Leugnen verstehen… Aber letztendlich führen schlechte Vergleiche zu schlechten Entscheidungen.“ Aber die überwälti-gende Mehrheit der US-amerikanischen und westlichen Journalisten verbreitete weiterhin Fake News. Warum?

Erstens macht die Tatsache, dass identische Verzerrungen und falsche Informationen komplett zeitgleich in den verschiedensten Medien auftauchten, deutlich, dass zweifellos US-amerikanische Geheimdienste an der Erstellung dieser Informationen beteiligt waren – das heißt, ein Teil der Darstellungen und Verzerrungen erfolgte vorsätzlich und ganz bewusst, mit dem Ziel, die reale Situation zu verschleiern.

Zweitens, war ein anderer Teil einfach nur schlampiger Journalismus – das heißt, Journalisten, die sich nicht die Mühe machen, die Fakten zu überprüfen.

Drittens, unterstützen beide Faktoren „weiße westliche Arroganz“ – eine arrogante Annahme, dass der Westen Recht haben muss – die ihre Wuzeln in der jahrhundertelangen Dominanz europäischer und europäischstämmiger Länder in der Welt hat. Diese Arroganz machte es daher unmöglich, die klaren Tatsachen dafür, dass Chinas Wirtschaft die des Westens bei weitem übertrifft, anzuerkennen oder zu berichten.

Aber ob es sich um bewusste Verzerrung, schlampigen Journalismus, bewusste oder unbewusste Arroganz handelte, in all diesen Fällen sollte den westlichen „Qualitäts“-Medien kein Respekt mehr entgegengebracht werden. Sie versuchen nicht, die Wahrheit herauszufinden, was die Aufgabe von Journalismus ist, sondern verbreiten einfach Propaganda.

Es bleibt eine Wahrheit, dass wenn eine Theorie und die reale Welt nicht übereinstimmen, nur zwei Wege genommen werden können. Die erste Möglichkeit, die eines vernünftigen Menschen, besteht darin, die Theorie zu verwerfen. Die zweite Möglichkeit, die eines gefährlichen Menschen, besteht darin, die reale Welt zu verleugnen – genau die Gefahr, auf die Chris Giles hingewiesen hat. Was in den westlichen Medien über internationale Wirtschafsvergleiche bezüglich China erschienen ist, ist genau die Leugnung der realen Welt zugunsten systematischer Fake News.

Dies ist eine gekürzte Version eines ursprünglich auf Guancha.cn in chinesischer Sprache erschienenen Artikels. [12]

Quellen:

[1] XINHUANET, “Xi Jinping: Erläuterung zu den „Empfehlungen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas zur Formulierung des 14. Fünfjahresplans für die nationale wirtschaftliche und soziale Entwic-klung und der langfristigen Ziele für 2035“ am 03.11.2020 <https://www.xinhuanet.com/politics/leaders/2020-11/03/c_1126693341.htm?mc_cid=afeb03209b&mc_eid=c8292ef9bf>
[2] Bloomberg, “China’s Economy Needs to Double in Size to Meet Xi’s Ambitious Plans” am 17.10.2022 <https://www.bloomberg.com/news/articles/2022-10-17/xi-s-gdp-per-capita-pledge-seen-as-challenging-as-growth-slows?sref=K3aTeymy&leadSource=uverify wall>
[3] Financial Times, “Ruchir Sharma: top 10 trends for 2024” von Ruchir Sarma am 04.01.2024 <https://www.ft.com/content/9edcf793-aaf7-42e2-97d0-dd58e9fab8ea>
[4] Wall Street Journal, “China’s Economy Limps Into 2024” von Nathaniel Taplin am 17.01.2024 <https://www.wsj.com/economy/central-banking/chinas-economy-limps-into-2024-718d9a4a>
[5] Wall Street Journal, “What Went Right in 2023” von Zachary Karabell  am 28.12.2023 <https://www.wsj.com/us-news/what-went-right-in-2023-343dad56>
[6] The Telegraph, “World War Three is approaching fast, and too few are willing to admit why” von Sherelle Jacobs am 29.01.2024 <https://www.telegraph.co.uk/news/2024/01/29/world-war-three-is-approaching-fast-and-too-few-are-willing/>
[7] The Washington Post, “Falling inflation, rising growth give U.S. the world’s best recovery” von David J. Lynch am 28.01.2024 <https://www.washingtonpost.com/business/2024/01/28/global-economy-gdp-inflation/>
[8] Wall Street Journal Podcasts, “U.S. Economy Grew 3.1% Last Year” am 25.01.2024 <https://www.wsj.com/podcasts/minute-briefing/us-economy-grew-31-last-year/6e13ae11-df9b-41f3-9a40-a73812703a59>
[9] Congressional Budget Office, “The 2023 Long-Term Budget Outlook” im Juni 2023 <https://www.cbo.gov/publication/59331>
[10] Financial Times, “We shouldn’t call ‘peak China’ just yet” von Martin Wolf am 19.09.203 <https://www.ft.com/content/8a7fb1d5-bb3a-48b7-aa72-1c522fd21063>
[11] Financial Times, “Sorry America, China has a bigger economy than you” von Chris Giles am 06.12.2023 <https://www.ft.com/content/c406ef56-bc43-4cdc-8913-fbaced9b9954>
[12] Guancha, “Luo Siyi: Wenn man die chinesische Wirtschaft vergleicht, wie erreichen manche Menschen einen „Vorsprung bei Gerüchten“?” am 21.02.2024 <https://www.guancha.cn/LuoSiYi/2024_02_21_725782.shtml>

Chinas Wirtschaft wächst deutlich schneller als die der USA

Entgegen der „Fake News“ in westlichen Medien, wächst die chinesische Wirtschaft deutlich schneller als die der USA. Die BIP-Daten für China, die USA und die anderen G7-Länder für das Jahr 2023 wurden veröffentlicht und ermöglichen nun eine genaue Bewertung ihrer Volkswirtschaften.

By Published On: 6. June 2024Categories: Unkategorisiert

Dieser Text wurde zuerst am 27.02.2024 auf www.mronline.org unter der URL <https://mronline.org/2024/02/27/chinas-economy-is-still-far-out-growing-the-us-contrary-to-western-media-fake-news/> veröffentlicht. Lizenz: John Ross, Monthly Review, CC BY-NC-ND 4.0

Roboter fertigen ein Fahrzeug in China. (Foto: Lenny Kuhne, Unsplash, CC0)

Die BIP-Daten für China, die USA und die anderen G7-Länder für das Jahr 2023 wurden nun veröffentlicht. Dies ermöglicht eine genaue Bewertung der Leistung der chinesischen, der US-amerikanischen und anderer wichtiger Volkswirtschaften – sowohl im Hinblick auf Chinas Binnenziele als auch im internationalen Ver-gleich. Es gibt zwei wesentliche Gründe, warum dies wichtig ist.

  • Erstens aus innenpolitischen Gründen Chinas: Um eine ausgewogene Einschätzung der sozialistischen Wirtschaftslage Chinas zu erlangen und damit die anstehenden Aufgaben zu bewältigen.
  • Zweitens, weil die USA eine außergewöhnliche Propagandakampagne gestartet haben, einschließlich zahlreicher offensichtlicher Falschdarstellungen von Fakten, in dem Versuch, die echten internationalen, wirtschaftlichen Tatsachen zu verschleiern.

Die tatsächliche Situation ist, dass Chinas Wirtschaft auf dem Weg ins Jahr 2024 alle anderen großen und vergleichbaren Volkswirtschaften weit übertroffen hat.

Diese Realität steht in völligem Widerspruch zu den Behauptungen der US-Medien. Dies wiederum zeigt die außergewöhnlichen Verzerrungen und Verfälschungen in den US-Medien über diese Situation. Es bestätigt, dass der westliche Wirtschaftsjournalismus in den meisten Fällen, mit einigen ehrbaren Ausnahmen, hauptsächlich von „Fake News“ statt von einer objektiven Analyse dominiert wird.

Sowohl für das Verständnis der wirtschaftlichen Situation als auch für das Ausmaß der Verzerrung in den US-Medien ist es daher notwendig, die Fakten der aktuellen internationalen Entwicklungen festzuhalten.

Chinas Wachstumsziele

Ausgehend von den strategischen binnenwirtschaftlichen Kriterien hat China klare Ziele für die wirtschaftliche Entwicklung in der nächsten Periode festgelegt (Fünfjahresplan, Anm. d. Red.), in der der Übergang von einer „sich entwickelnden“ zu einer „Hochlohnland“-Volkswirtschaft nach internationalen Standards der Weltbank abgeschlossen wird. Konkretere Zahlen wurden in den Diskussionen zum 14. Fünfjahresplan 2020 für China bis 2035 festgehalten: „Es ist durchaus möglich, das Gesamt- oder Pro-Kopf-Einkommen zu verdoppeln.“ [1] Ein solches Ergebnis würde bedeuten, dass China entscheidend die vermeintliche so genannte „middle income trap“ überwindet und – wie es auf dem 20. Parteikongress heißt – China das Niveau eines „mittleren Entwicklungslandes bis 2035“ erreicht [2]. (Anm. d. Red.: „Die Middle Income Trap-These“ besagt, dass es ein Land nach dem erfolgreichen Aufstieg zum Schwellenland schwer hat, den nächsthöheren Sta-tus eines Industriestaates zu erreichen. Die Diskussion der These kann schwächelnden Schwellenländern nützliche Hinweise zur Überwindung ihrer aktuellen Probleme geben.)

In einer Reihe kürzlich erschienener westlicher Berichte – die für Anti-Chinesische Propaganda weithin genutzt werden – wird behauptet, dass die chinesische Wirtschaft einen starken Abschwung erleben und ihre Ziele nicht erreichen wird.

Es liegt auf der Hand, dass es für Chinas gesamte nationale Erneuerung und den Aufbau des Sozialismus von grundlegender Bedeutung ist, welches dieser Ziele erreicht wird. Xi Jinping erklärte, dass China den „Weg der wirtschaftlichen Entwicklung als zentrale Aufgabe betrachtet, der wirtschaftliche, politische, kulturelle, soziale, ökologische und andere Formen des Fortschritts mit sich bringt.“ Jedoch betrifft das Ergebnis die gesamte globale Wirtschaft – beispielsweise behauptete der Vorsitzende von Rockefeller International, in einem kürzlich erschienenen Financial Times-Artikel, dass Chinas „Wirtschaft … Marktanteile an seine Mitbewerber verliert“ [3]. Das Wall Street Journal behauptete: „Chinas Wirtschaft schleppt sich ins Jahr 2024“ [4]. Im Gegensatz dazu, wäre die USA durch eine „widerstandsfähige Binnenwirtschaft“ gekennzeichnet [5]. Der britische Daily Telegraph verkündete, China habe eine „stagnierende Wirtschaft“ [6]. Die Washington Post titelte: „Fallende Inflation und steigendes Wachstum ermöglichen den USA die beste Erholung der Welt“, wobei der Artikel behauptet: „In den Vereinigten Staaten … übertrifft die überraschend starke Wirtschaftsleistung, die aller wichtigen Handelspartner.“ [7] Angeblich liegt es daran, dass die Wirtschaft „bis Ende September um mehr als 7 Prozent größer war als vor der Pandemie. Das war mehr als das Doppelte des japanischen Zuwachses und weit besser als Deutschlands mickriger Anstieg von 0,3 Prozent.“ Zahlreiche ähnliche Behauptungen könnte man aus US-Medien zitieren.

Die USA nutzen „Fake News“

Beim Lesen der Behauptungen in US-Medien zu diesen Themen und dem Vergleich mit den Fakten ist es unmöglich, nicht zu dem Schluss zu kommen, dass es sich um absichtliche „Fake News“ zu Propagandazwecken handelt – wie wir sehen werden, ist die einzige abweichende Erklärung, dass es beschämend schlampiger Journalismus ist, der in angeblichen „Qualitätsmedien“ nicht erscheinen sollte. Zum Beispiel ist es einfach absurd und wahrhaftig eine „Fake News“, dass die USA „alle ihre wichtigen Handelspartner übertrifft“, oder dass China eine „stagnierende Wirtschaft“ hat. Jeder, der sich die Mühe macht und sich die Fak-ten anschaut – eine grundlegende Anforderung an Journalisten – kann leicht herausfinden, dass solche Behauptungen völlig falsch sind – wie unten detailliert gezeigt wird.

Zunächst ein Beispiel für US-Berichte zur Binnenwirtschaft, bevor auf internationale Aspekte eingegangen wird: Eine verzerrte Darstellung des US-Wirtschaftswachstums 2023 war in den US-Medien so systematisch verbreitet, dass es unmöglich ist, nicht zu dem Schluss zu kommen, dass dies eine absichtliche Fehldarstellung war, um eine übertriebene Sicht auf die wirtschaftliche Leistung der USA zu präsentieren. Tatsächlich meldete die offizielle Statistikbehörde für das Wirtschaftswachstum der USA, das Bureau of Economic Analysis, dass das BIP der USA im Jahr 2023 um 2,5% gewachsen ist – zum Vergleich: Chinas BIP wuchs um 5,2%. Aber eine Reihe von US-Medien, angefangen beim Wall Street Journal, verkündeten stattdessen, dass die „US-Wirtschaft im letzten Jahr um 3,1% wuchs“ [8].

Diese „Fake News“ zum Wachstum der USA wurde durch statistisches „Rosinenpicken“ erzeugt. In diesem Fall wurde nur das letzte Quartal 2023 mit dem letzten Quartal 2022 verglichen, was einen Anstieg von 3,1% ergab, aber man hat das BIP-Wachstum nicht für das gesamte „letzte Jahr“ berücksichtigt. Das Wachstum der USA in den ersten Quartalen 2023 war jedoch weit schwächer als im vierten Quartal – das Wachstum betrug im Vergleich zum Vorjahr im ersten Quartal nur 1,7% und im zweiten Quartal nur 2,4%. Unter Berücksichtigung dieses schwachen Wachstums im ersten Teil des Jahres und des stärkeren Wachstums im zweiten, betrug das Wachstum der USA für das gesamte Jahr nur 2,5% – nicht 3,1%. Da es durchaus einfach ist, die tatsächlichen jährlichen Zahlen nachzuschlagen, die von der US-Statistikbehörde exakt veröffentlicht wurden, ist es schwer nicht zu dem Schluss zu kommen, dass dies eine absichtliche Verzerrung der US-Medien war, um fälschlicherweise eine höhere Wachstumsrate der USA im Jahr 2023 darzustellen.

Es sei darauf hingewiesen, dass selbst wenn das BIP-Wachstum der USA 3,1% betragen hätte, das Wachstum Chinas mit 5,2% deutlich höher gewesen wäre. Aber die realen Daten machen deutlich, dass die chinesische Wirtschaft im Jahr 2023 mehr als doppelt so schnell gewachsen ist wie die der USA. Was auf einen Blick zeigt, dass Behauptungen, die USA würden „alle ihre wichtigen Handelspartner übertreffen“, oder dass China eine „stagnierende Wirtschaft“ hätte, völlige „Fake News“ waren.

Es könnten viele weitere Beispiele für falsche Behauptungen der US-Medien gegeben werden, aber der beste Weg, die Gesamtsituation zu erfassen, besteht darin, systematisch die gesamten Fakten des Wirtschaftswachstums in den wichtigsten Volkswirtschaften darzulegen.

Was China tun muss, um die Ziele für 2035 zu erreichen

Bei der Bewertung der Wirtschaftsleistung Chinas im Vergleich zu den strategischen Zielen des Landes – das BIP und das Pro-Kopf-BIP zwischen 2020 und 2035 zu verdoppeln – ist festzustellen, dass die Bevölkerung Chinas im Jahr 2022 um 0,1% zurückgegangen ist und dieser Rückgang voraussichtlich anhalten wird. Die UNO prognostiziert, dass die Bevölkerung Chinas zwischen 2020 und 2035 im Durchschnitt um 0,1% pro Jahr zurückgehen wird. Daher ist das Ziel, das BIP-Wachstum bis 2035 zu verdoppeln, in Bezug auf das Wirtschaftswachstum eine etwas größere Herausforderung als das Pro-Kopf-Ziel und wird hier im Mittelpunkt stehen. Wenn das Gesamt-BIP-Ziel Chinas erreicht wird, wird zwangsläufig auch das Pro-Kopf-BIP-Ziel übertroffen.

Für einen internationalen Vergleich der chinesischen Wachstumsprognosen Chinas mit den USA schätzt das US-Congressional Budget Office (CBO) – das für die offiziellen Wachstumsprognosen der US-Wirtschaft verantwortlich ist und auf denen die Politik der Regierung beruht –, dass zwischen 2023 und 2053 eine durchschnittliche jährliche Zunahme des US-BIP von 1,8% erwartet wird [9]. Wobei diese ab 2034 auf 1,6% sinkt. Diese Zahl liegt leicht unter dem aktuellen 12-Jahres-Durchschnitt des jährlichen BIP-Wachstums der USA von 2,3% – wobei 12 die Anzahl der Jahre von 2023 bis 2035 ist. Um jeglichen Vorwurf einer Voreinge-nommenheit gegenüber den USA und zugunsten Chinas in internationalen Vergleichen zu vermeiden, wird hier die höhere US-Zahl von 2,3% verwendet.

Die Ergebnisse solcher Zahlen zeigen, dass wenn China sein Wachstumsziel für 2035 erreicht und die USA weiterhin mit 2,3% wachsen, zwischen 2020 und 2035 die chinesische Wirtschaft um 100% und die der USA um 41% wachsen wird – siehe Abbildung 1. Daher würde die Wirtschaft Chinas von 2020 bis 2035 etwas mehr als zweieinhalbmal so schnell wachsen wie die der USA.

Abbildung 1

Die strategischen Folgen des chinesischen Wirtschaftswachstums

Die internationalen Auswirkungen solcher Wachstumsaussichten wurden von Martin Wolf, dem Chefkommentator für Ökonomie der Financial Times, prägnant zusammengefasst. Wenn Chinas Wirtschaft weiterhin erheblich schneller wächst als westliche Wirtschaften und es den Status eines „mittelentwickelten Landes bis 2035“ erreicht, dann wird Chinas Wirtschaft – neben der Erreichung hoher Lebensstandards im Inland – bei weitem die größte der Welt sein. Wolf drückt es so aus [10]: „Die Auswirkungen lassen sich recht einfach erkennen. Laut dem IWF betrug Chinas relatives Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (gemessen in Kaufkraft) im Jahr 2022 28 Prozent des US-Niveaus. Dies ist fast genau die Hälfte des polnischen BIP pro Kopf… Ange-nommen, dass sich sein [Chinas] relatives BIP pro Kopf verdoppelt, um das von Polen zu erreichen. Dann wäre das chinesische BIP mehr als doppelt so groß wie das der USA und größer als das der USA und der EU zusammen.“ Bis 2035 wäre ein solcher Prozess bei den bereits genannten Wachstumsraten nicht abge-schlossen. Gemessen am von Wolf gewählten Maßstab der Kaufkraftparität (KKP) wäre Chinas Wirtschaft bis 2035 um 60% größer als die der USA und würde China damit bei weitem zur größten Volkswirtschaft der Welt machen.

Wolf stellt gleichermaßen treffend fest, dass die einzige Möglichkeit, ein solches Ergebnis zu verhindern, darin besteht, Chinas Wirtschaft auf das Wachstumsniveau einer westlichen Wirtschaft wie den USA abzubremsen. Offensichtlich wird China, wenn das Wirtschaftswachstum auf das einer westlichen Wirtschaft abgebremst wird, niemals zu den westlichen Ländern aufschließen – es wird zwangsläufig einfach den gleichen Abstand beibehalten. Daher, wie Wolf es treffend formuliert, sind die Ergebnisse:

„Was ist die wirtschaftliche Zukunft Chinas? Wird es ein Hochlohnland und damit zwangsläufig für eine längere Zeit die größte Wirtschaft der Welt sein? Oder wird es in der ,middle income trap‘ stecken bleiben, mit einem Wachstum, das mit dem der USA vergleichbar ist?“

Der Fortschritt bei der Erreichung der strategischen wirtschaftlichen Ziele Chinas

Wenden wir uns der genauen Zahl zu, die erforderlich ist, um das Ziel Chinas für 2035 zu erreichen. Chinas Ziel, das BIP zu verdoppeln, erfordert durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von mindestens 4,7% zwischen 2020 und 2035. Bisher liegt China, wie aus Abbildung 1 hervorgeht, über diesem Ziel – das durch-schnittliche jährliche Wachstum in den Jahren 2020-2022 betrug 5,7%, was bedeutet, dass von 2023 bis 2035 nun ein durchschnittliches Wachstum von 4,6% erforderlich ist.

Chinas BIP-Zunahme von 5,2% im Jahr 2023 übertraf daher erneut die erforderliche Wachstumsrate von 4,6%, um sein Ziel für 2035 zu erreichen – wie Abbildung 1 zeigt. Von 2020 bis 2023 betrug die erforderliche Gesamtzunahme des chinesischen BIP, um das Ziel für 2035 zu erreichen, 14,9%, während das tatsächliche Wachstum 17,5% betrug. Damit setzt sich ein 45-jähriger Rekord seit der Reform und Öffnung im Jahr 1978 fort, während des gesamten Zeitraums wurden die mittel- und langfristigen Ziele, die von China gesetzt wurden, immer übertroffen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass es im Jahr 2023 oder tatsächlich seit 2020 keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass China sein Ziel, das BIP zwischen 2020 und 2035 zu verdoppeln, nicht erreichen wird – China liegt bereits über diesem Ziel. Die Wachstumsrate von 4,6% würde leicht sicherstellen, dass China bis weit vor 2035 ein Hochlohnland nach den Kriterien der Weltbank wird – die aktuellen Kriterien hierfür liegen bei einem Pro-Kopf-Einkommen von 13.846 USD.

Es sollte beachtet werden, wie im Folgenden ausführlich diskutiert wird, dass aus dieser erforderlichen durchschnittlichen, jährlichen Wachstumsrate von 4,6% für China, um seine strategischen Ziele zu erreichen, eine klare internationale Schlussfolgerung resultiert. Dies bedeutet, dass China während dieses gesamten Zeitraums bis 2035 viel schneller wachsen muss als die westlichen Volkswirtschaften – das entspricht dem aktuellen Trend Chinas. Wenn China jedoch auf das Wachstumsniveau einer westlichen Volkswirtschaft verlangsamen würde, würde es seine strategischen Ziele bis 2035 nicht erreichen, könnte kein Hochlohnland werden und würde zwangsläufig den gleichen Abstand zu den westlichen Ländern beibehalten wie jetzt. Die Auswirkungen davon werden im Folgenden betrachtet.

Systematische Vergleiche statt „Rosinenpicken“

Nachdem wir Chinas Leistung im Jahr 2023 hinsichtlich der Erreichung seiner eigenen binnenwirtschaftlichen, strategischen Ziele betrachtet haben, wenden wir uns nun den tatsächlichen Ergebnissen und einem Vergleich Chinas mit anderen internationalen Volkswirtschaften zu. Dies zeigt sofort die faktische Absurdität, die reinen „Fake News“ aus Behauptungen wie denen, dass die USA „die beste Erholung der Welt“ haben und „die Vereinigten Staaten… alle ihre wichtigen Handelspartner übertreffen“. Im Gegenteil hat China nicht nur im Jahr 2023, sondern im gesamten letzten Quartal die US-Wirtschaft bei weitem übertroffen. Chinas Überlegenheit gegenüber den anderen wichtigen, westlichen G7-Volkswirtschaften ist sogar größer als die der USA.

Völlig irreführende Behauptungen über solche internationalen Vergleiche, die für Propagandazwecke anstelle einer ernsthaften Analyse verwendet werden, werden manchmal gemacht, weil Daten aus extrem kurzen Zeiträumen entnommen werden, die aus dem Zusammenhang gerissen sind – unrepräsentatives statisti-sches „Rosinenpicken“ oder, wie Lenin es ausdrückte, ein statistisches „dreckiges Geschäft“. Eine solche Methode ist immer fehlerhaft, aber besonders während der von der Covid-Pandemie beeinflussten Zeiträume, da diese extreme kurzfristige, wirtschaftliche Schwankungen aufgrund von Lockdowns und ähnlichen Maßnahmen verursachten. Chinas Behauptung eines überlegenen Wachstums basiert auf seiner Gesamtleistung und nicht auf der absurd falschen Behauptung, dass es jede andere Volkswirtschaft, in jedem Maßstab, in jedem einzelnen Quartal übertrifft! Daher ist der am besten geeignete Zeitraum für internationale Vergleiche, vom Beginn der Pandemie bis zu den neuesten verfügbaren BIP-Daten. Da der Vergleich zwischen China und den USA der häufigste ist und sich besonders die US-Medienkampagnen darauf konzentrieren, wird dies zuerst betrachtet.

Das Wachstum von China und den USA im Jahr 2023

Es wurde bereits festgestellt, dass im Jahr 2023 das BIP Chinas um 5,2% und das der USA um 2,5% gewachsen ist – Chinas Wirtschaft wuchs mehr als doppelt so schnell wie die der USA. Es sollte jedoch auch beachtet werden, dass 2023 ein Jahr überdurchschnittlichen Wachstums für die USA war – das durchschnittliche jährliche Wachstum der USA über einen Zeitraum von 12 Jahren beträgt nur 2,3% und über einen Zeitraum von 20 Jahren nur 2,1%. Daher ist, obwohl Chinas Volkswirtschaft im Jahr 2023 mehr als doppelt so schnell wie die der USA gewachsen ist, diese Zahl tatsächlich etwas schmeichelhaft für die USA. Abbildung 2 zeigt, dass China seit Beginn der Pandemie um 20,1% und die USA um 8,1% gewachsen sind – das Gesamtwachstum des chinesischen BIP seit Beginn der Pandemie war also zweieinhalbmal größer als das der USA. Chinas durchschnittliche jährliche Wachstumsrate betrug 4,7% gegenüber 2,0% der USA.

Abbildung 2

Die Wirtschaftsleistung Chinas und der drei wichtigsten globalen Wirtschaftszentren

Wenden wir uns umfassenderen internationalen Vergleichen zu, die über die USA hinausgehen. Die Daten zeigen sofort die äußerst negative Situation in den meisten Ökonomien des „Globalen Nordens“ und Chinas überdurchschnittliche Leistung gegenüber diesen Ländern. Abbildung 3 zeigt die Entwicklungen in den drei größten Wirtschaftszentren der Welt – China, den USA und der Eurozone – unter der Berücksichtigung einer breiten Datenpalette. Diese drei zusammen machen mit den aktuellen Wechselkursen 57% des Welt-BIP aus. Und in Kaufkraftparitäten (KKP) machen sie zusammen 46% aus. Kein anderes Wirtschaftszentrum kommt ihrem Gewicht in der Weltwirtschaft nahe.

Abbildung 3

Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels lagen noch keine Daten für das Euro-Währungsgebiet für das gesamte Jahr 2023, in Bezug auf die relative Leistung dieser drei großen Wirtschaftszentren vor – was der ideale Vergleich wäre. Es wurden allerdings Daten für das Euro-Währungsgebiet für alle vier Quartale 2023 veröffentlicht und Trends können auf dieser Basis berechnet werden. Diese zeigen, dass China in den vier Jahren bis zum 4. Quartal 2023, also der Zeitraum seit Beginn der Pandemie, um 20,1% gewachsen ist, die USA um 8,2% und die Eurozone um 3,0%. Chinas Wirtschaft wuchs daher zweieinhalbmal so schnell wie die der USA, während die Situation der Eurozone als äußerst negativ bezeichnet werden könnte, mit einem durchschnittlichen jährlichen BIP-Wachstum in den letzten vier Jahren von nur 0,7%.

Diese Daten machen erneut deutlich, dass die Behauptungen in den westlichen Medien, China stehe vor einer Wirtschaftskrise und den westlichen Volkswirtschaften gehe es gut, völlig absurd sind – reine Fantasiepropaganda, die von der Realität losgelöst ist.

Relative Leistung von China und den G7

Wenn wir zur Analyse einzelner Länder übergehen und China mit allen G7-Staaten vergleichen, d.h. den wichtigsten hochentwickelten Volkswirtschaften, zeigt sich die Situation ebenfalls deutlich – siehe Abbildung 4. Die Daten für China und alle G7-Wirtschaften wurden nun für das gesamte Jahr 2023 veröffentlicht. Die Überlegenheit Chinas gegenüber allen wichtigen hochentwickelten Volkswirtschaften wird erneut deutlich.

Abbildung 4

In den vier Jahren seit Beginn der Pandemie wuchs Chinas Wirtschaft um 20,1%, die der USA um 8,1%, Kanada um 5,4%, Italien um 3,1%, Großbritannien um 1,8%, Frankreich um 1,7%, Japan um 1,1% und Deutschland um 0,7%.

Im gleichen Zeitraum wuchs Chinas Volkswirtschaft daher zweieinhalbmal so schnell wie die der USA, fast viermal so schnell wie Kanada, fast siebenmal so schnell wie Italien, elfmal so schnell wie Großbritannien, zwölfmal so schnell wie Frankreich, achtzehnmal so schnell wie Japan und fast neunundzwanzigmal so schnell wie Deutschland.

Das durchschnittliche jährliche BIP-Wachstum während dieses Zeitraums betrug: China 4,7%, USA 2,0%, Kanada 1,3%, Italien 0,8%, Großbritannien 0,4%, Frankreich 0,4%, Japan 0,3% und Deutschland 0,2%.

Es kann daher festgestellt werden, dass Chinas Volkswirtschaft die der USA bei weitem übertroffen hat, während die Leistung aller anderen wichtigen G7-Volkswirtschaften durchaus als äußerst negativ beschrieben werden kann – alle weisen durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von rund oder sogar unter 1% auf.

China im Vergleich mit sich
entwickelnden Ländern

Ein Vergleich mit den wichtigsten sich entwickelnden Ländern – der BRICS-Staaten – kann anhand der Prognosen des IWF vom Januar 2024 durchgeführt werden. Abbildung 5 zeigt dies, unter Verwendung des tatsächlichen Ergebnisses für China und der IWF-Prognosen für die anderen Länder. In dem Zeitraum seit Beginn der Pandemie, von 2019 bis 2023, wuchs das BIP Chinas um 20,1%, Indiens um 17,5%, Brasiliens um 7,7%, Russlands um 3,7% und Südafrikas um 0,9%.

Abbildung 5

Diese Daten bestätigen, dass die wichtigsten Volkswirtschaften des Globalen Südens schneller wachsen als die meisten Volkswirtschaften des Globalen Nordens – was Teil des Aufstiegs des Globalen Südens ist und auf die gute Leistung Indiens verweist. Aber China wuchs um mehr als das Zweieinhalbfache gegenüber allen Volkswirtschaften der BRICS-Staaten, mit Ausnahme Indiens – Chinas Wachstum war um 15% höher als das Indiens. Es sollte beachtet werden, dass Indien sich in einem wesentlich niedrigeren Entwicklungsstadium befindet als die anderen BRICS-Volkswirtschaften – alle anderen fallen in die Weltbank-Klassifizierung der „upper middle-income economies” (Länder mit mittlerem Einkommen im oberen Bereich, Anm. d. Red.), während Indien in die „lower middle income”-Kategorie (Land mit mittlerem Einkommen im unteren Bereich, Anm. d. Red.) einzuordnen ist.

Chinas Wachstum im Vergleich mit westlichen Volkswirtschaften

Schließlich zeigt die Überlegenheit Chinas, was erforderlich ist, damit die eigenen strategischen Ziele für das Jahr 2035 erreicht werden. Das für China erforderliche Wachstum von 4,6%, um diese Ziele zu erreichen, bedeutet, dass es ein Wachstum weit über dem der westlichen Volkswirtschaften aufrechterhalten muss – Abbildung 6 zeigt dies in einer Gesamtbetrachtung zusätzlich zu oben genannten Einzelvergleichen mit den wichtigsten Volkswirtschaften. Während China eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 4,6% erreichen muss, beträgt die durchschnittliche Wachstumsrate der „westlichen“ Hochlohnland-Volkswirtschaften nur 1,9%, die der USA 2,3% und der Durchschnitt der Entwicklungsländer 3,0%. Das heißt, um die Ziele für 2035 zu erreichen, muss China doppelt so schnell wachsen wie der langfristige Trend der USA, fast zweieinhalbmal so schnell wie der Durchschnitt der Hochlohnland-Volkswirtschaften und mehr als 50% schneller als der Durchschnitt der sich entwickelnden Länder. Wie bereits gesehen, übertrifft China dies sogar.

Abbildung 6

Aber solche Fakten zeigen sofort, warum es äußerst irreführend ist, wenn Vorschläge gemacht werden, dass sich China in Richtung der makroökonomischen Struktur einer westlichen Volkswirtschaft bewegen sollte. Wenn China die Struktur einer westlichen Volkswirtschaft annimmt, wird China natürlich auf das gleiche Wachstumstempo wie westliche Volkswirtschaften abgebremst – und wird daher seine wirtschaftlichen Ziele für 2035 nicht erreichen. China wird genau in dem negativen Ergebnis, der von Martin Wolf präzise diagnostizierten Situation, stecken bleiben.

„Was ist die wirtschaftliche Zukunft Chinas? Wird es ein Hochlohnland werden und damit zwangsläufig für eine längere Zeit die größte Volkswirtschaft der Welt sein, oder wird es in der ‚middle income trap‘ stecken bleiben, mit einem Wachstum vergleichbar dem der USA?“

Fazit

Zusammenfassend ist es neben der objektiven Analyse der wirtschaftlichen Ergebnisse von 2023 auch im Licht dieser faktischen Situation notwendig, eine Anmerkung zum westlichen, insbesondere zum US-amerikanischen „Journalismus“ zu machen. Keine der oben genannten Daten ist geheim, alles ist aus öffentlich zugänglichen Quellen verfügbar. In vielen Fällen erfordert es nicht einmal Berechnungen und es können einfach veröffentlichte Daten verwendet werden. Aber die US-amerikanischen Medien und Journalisten berichten systematisch irreführende Informationen, und in vielen Fällen sind sie einfach unwahr. Während die USA in der Schaffung von wirtschaftlichem Wachstum hinter China zurückblieben, waren sie sicherlich weltweit führend in der Produktion von „Wirtschafts-Fake News“! Was war der Grund und welche Haltung sollte dazu eingenommen werden?

Um Anschuldigungen von Verzerrungen zu vermeiden, sollte festgestellt werden, dass es eine kleine Handvoll westlicher Journalisten gab, die sich weigerten, sich auf diese Art von Verzerrungen und Falschmeldungen einzulassen. Zum Beispiel verurteilte Chris Giles, Wirtschaftskommentator der Financial Times aufs Schärfste „eine absurde Art, Volkswirtschaften zu vergleichen… unter Menschen, die es besser wissen sollten“ [11]. Giles tat dies nicht aus Unterstützung für China, sondern weil er zu Recht davor warnte, dass die Verbreitung falscher oder verzerrter Informationen zu schwerwiegenden Fehlern von Ländern führt: „Da ich aus Großbritannien – das seinen Status als führende Wirtschaftsmacht im späten 19. Jahrhundert verlor, aber immer noch einige Größenwahnvorstellungen hat – komme, kann ich das amerikanische Leugnen verstehen… Aber letztendlich führen schlechte Vergleiche zu schlechten Entscheidungen.“ Aber die überwälti-gende Mehrheit der US-amerikanischen und westlichen Journalisten verbreitete weiterhin Fake News. Warum?

Erstens macht die Tatsache, dass identische Verzerrungen und falsche Informationen komplett zeitgleich in den verschiedensten Medien auftauchten, deutlich, dass zweifellos US-amerikanische Geheimdienste an der Erstellung dieser Informationen beteiligt waren – das heißt, ein Teil der Darstellungen und Verzerrungen erfolgte vorsätzlich und ganz bewusst, mit dem Ziel, die reale Situation zu verschleiern.

Zweitens, war ein anderer Teil einfach nur schlampiger Journalismus – das heißt, Journalisten, die sich nicht die Mühe machen, die Fakten zu überprüfen.

Drittens, unterstützen beide Faktoren „weiße westliche Arroganz“ – eine arrogante Annahme, dass der Westen Recht haben muss – die ihre Wuzeln in der jahrhundertelangen Dominanz europäischer und europäischstämmiger Länder in der Welt hat. Diese Arroganz machte es daher unmöglich, die klaren Tatsachen dafür, dass Chinas Wirtschaft die des Westens bei weitem übertrifft, anzuerkennen oder zu berichten.

Aber ob es sich um bewusste Verzerrung, schlampigen Journalismus, bewusste oder unbewusste Arroganz handelte, in all diesen Fällen sollte den westlichen „Qualitäts“-Medien kein Respekt mehr entgegengebracht werden. Sie versuchen nicht, die Wahrheit herauszufinden, was die Aufgabe von Journalismus ist, sondern verbreiten einfach Propaganda.

Es bleibt eine Wahrheit, dass wenn eine Theorie und die reale Welt nicht übereinstimmen, nur zwei Wege genommen werden können. Die erste Möglichkeit, die eines vernünftigen Menschen, besteht darin, die Theorie zu verwerfen. Die zweite Möglichkeit, die eines gefährlichen Menschen, besteht darin, die reale Welt zu verleugnen – genau die Gefahr, auf die Chris Giles hingewiesen hat. Was in den westlichen Medien über internationale Wirtschafsvergleiche bezüglich China erschienen ist, ist genau die Leugnung der realen Welt zugunsten systematischer Fake News.

Dies ist eine gekürzte Version eines ursprünglich auf Guancha.cn in chinesischer Sprache erschienenen Artikels. [12]

Quellen:

[1] XINHUANET, “Xi Jinping: Erläuterung zu den „Empfehlungen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas zur Formulierung des 14. Fünfjahresplans für die nationale wirtschaftliche und soziale Entwic-klung und der langfristigen Ziele für 2035“ am 03.11.2020 <https://www.xinhuanet.com/politics/leaders/2020-11/03/c_1126693341.htm?mc_cid=afeb03209b&mc_eid=c8292ef9bf>
[2] Bloomberg, “China’s Economy Needs to Double in Size to Meet Xi’s Ambitious Plans” am 17.10.2022 <https://www.bloomberg.com/news/articles/2022-10-17/xi-s-gdp-per-capita-pledge-seen-as-challenging-as-growth-slows?sref=K3aTeymy&leadSource=uverify wall>
[3] Financial Times, “Ruchir Sharma: top 10 trends for 2024” von Ruchir Sarma am 04.01.2024 <https://www.ft.com/content/9edcf793-aaf7-42e2-97d0-dd58e9fab8ea>
[4] Wall Street Journal, “China’s Economy Limps Into 2024” von Nathaniel Taplin am 17.01.2024 <https://www.wsj.com/economy/central-banking/chinas-economy-limps-into-2024-718d9a4a>
[5] Wall Street Journal, “What Went Right in 2023” von Zachary Karabell  am 28.12.2023 <https://www.wsj.com/us-news/what-went-right-in-2023-343dad56>
[6] The Telegraph, “World War Three is approaching fast, and too few are willing to admit why” von Sherelle Jacobs am 29.01.2024 <https://www.telegraph.co.uk/news/2024/01/29/world-war-three-is-approaching-fast-and-too-few-are-willing/>
[7] The Washington Post, “Falling inflation, rising growth give U.S. the world’s best recovery” von David J. Lynch am 28.01.2024 <https://www.washingtonpost.com/business/2024/01/28/global-economy-gdp-inflation/>
[8] Wall Street Journal Podcasts, “U.S. Economy Grew 3.1% Last Year” am 25.01.2024 <https://www.wsj.com/podcasts/minute-briefing/us-economy-grew-31-last-year/6e13ae11-df9b-41f3-9a40-a73812703a59>
[9] Congressional Budget Office, “The 2023 Long-Term Budget Outlook” im Juni 2023 <https://www.cbo.gov/publication/59331>
[10] Financial Times, “We shouldn’t call ‘peak China’ just yet” von Martin Wolf am 19.09.203 <https://www.ft.com/content/8a7fb1d5-bb3a-48b7-aa72-1c522fd21063>
[11] Financial Times, “Sorry America, China has a bigger economy than you” von Chris Giles am 06.12.2023 <https://www.ft.com/content/c406ef56-bc43-4cdc-8913-fbaced9b9954>
[12] Guancha, “Luo Siyi: Wenn man die chinesische Wirtschaft vergleicht, wie erreichen manche Menschen einen „Vorsprung bei Gerüchten“?” am 21.02.2024 <https://www.guancha.cn/LuoSiYi/2024_02_21_725782.shtml>